Immobilien : DIE GESCHICHTE DES SCHLACHTHOFGELÄNDES

HISTORISCHER KONTEXT



1862 regte der berühmte Arzt und Stadtverordnete Rudolf Virchow an, mit dem Bau eines öffentlichen Schlachthofes für ganz Berlin den zahlreichen Hinterhofschlachtereien mit ihren unhygienischen Bedingungen ein Ende zu setzen.



DER ALTE SCHLACHTHOF

Zwischen 1877 und 1883 entstand auf einem damals weit außerhalb der bebauten Stadt gelegenen Grundstück der „Central-Vieh- und Schlachthof“ nach Plänen von Baustadtrat Hermann Blankenstein. Ende des 19. Jahrhunderts wurde er erweitert – der modernste und größte Schlachthof Europas war entstanden. An einem einzigen Tag des Jahres 1906 sollen hier fast 15 000 Rinder, Kälber, Schweine und Schafe geschlachtet worden sein. Nach dem Krieg wiederaufgebaut, wurde der Schlachthof 1958 in einen VEB umgewandelt. 1991 wurde die Fleischproduktion eingestellt.

LITERARISCHES DENKMAL

Alfred Döblin setzte dem Schlachthof in seinem Roman „Berlin Alexanderplatz" ein literarisches Denkmal („Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh; wie dies stirbt, so stirbt er auch“). 1993 machte der Berliner Senat das Areal zum Entwicklungsgebiet und schuf damit die Voraussetzungen, um ein neues Wohn- und Gewerbeareal zu schaffen.

STÄDTEBAULICHES DENKMAL

Von 1937 bis Juli 1940 entstand quer über den Viehhof eine 420 Meter lange, vier Meter breite und sechs Meter hohe Fußgängerbrücke aus Stahl, die in den 70er Jahren auf 505 Meter verlängert wurde. Sie war damit die längste Fußgängerbrücke Europas („Langer Jammer“). Ein Teilstück blieb erhalten. Als einzige der drei Hallen überdauerte die ehemalige Rinderauktionshalle die Zeit – sie steht unter Denkmalschutz. ch

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