Immobilien : Die neue Eigenheimzulage

Wie viel Geld es noch gibt und die Folgen der Kürzung

Hans Pfeifer

Die Bundesregierung will die Eigenheimförderung kürzen. Ab 1. Januar 2003 gilt für Neu- wie für Altbauten einheitlich: Kinderlose Paare erhalten kein Geld mehr vom Staat. Sind Kinder vorhanden, beträgt die jährliche Grundförderung 1000 Euro. Hinzu kommen 800 Euro pro Kind. Stellen sich bis zu vier Jahre nach dem Bau Kinder ein, kann rückwirkend die Förderung noch beantragt werden. Sie gilt dann acht Jahre. Die Einkommensgrenzen betragen bezogen auf den Zwei-Jahres-Zeitraum 70000 Euro bei Singles und 140000 Euro bei Ehepaaren und erhöhen sich pro Kind um 20000 Euro.

Dies hat zur Folge, dass Bauherren künftig auf Zuschüsse von maximal 12000 Euro verzichten müssen. Mancher empfiehlt daher, noch schnell eine Immobilie zu erwerben. Doch das ist riskant. Denn die Verkäufer wissen um den Zeitdruck des Käufers. Eine schlechte Verhandlungsbasis. Schnellentschlossene müssten noch vor dem 1. Januar 2003 einen Bauantrag stellen oder das Bauvorhaben anzeigen. Haus oder Wohnungskäufer müssten den Notarvertrag zuvor unterzeichnet haben. Das sollte aber nur tun, wer ein Grundstück oder eine Immobilie im Auge hat und alle Kosten und Risiken geprüft hat. Mit dem Baubeginn kann man sich dann Zeit lassen, sofern die Genehmigung gültig ist. Dagegen müssen Käufer bestehender Immobilien bis zum 31. Dezember 2002 eingezogen sein. Sonst verlieren sie den Zuschuss für das erste Jahr: 2812 Euro bei einer Familie mit zwei Kindern.

Wer den Stichtag verpasst, kann als Bausparer seine Monatsrate um 100 Euro erhöhen. Dadurch kommen bei einem Standardbausparvertrag innerhalb von acht Jahren rund 10000 Euro mehr Kapital zusammen. Die Alternative für Bausparer: Sie wählen Tarife mit längeren Ansparzeiten. Wer zwei bis drei Jahre länger spart, bekommt bei ähnlich hohen Monatsraten ebenfalls rund 10000 Euro mehr Guthaben zusammen. Langzeittarife oder Tarife mit niedrigen Sparsätzen haben meist auch längere Tilgungszeiten als üblich. Dadurch bleibt auch die Belastung bei der Rückzahlung des Darlehens tragbar. „Es führt kein Weg mehr am Bausparen vorbei,“ glaubt Manfred Breuer, Vorstandschef der LBS Norddeutsche Landesbausparkasse, Berlin-Hannover.

Wer ein Hypothekendarlehen hat, kann die Dauer der Rückzahlung strecken. Das kostet aber. Wer bei einem Hypothekendarlehen mit einem Nominalzins von sechs Prozent und einer anfänglichen Tilgung von einem Prozent Sondertilgungen im Wert von 10000 Euro streicht, zahlt für denselben Kredit 19556 Euro mehr. Der Grund: Die Schulden bleiben länger stehen und deshalb sind mehr Zinsen fällig.

Wer höhere Schulden und damit höhere Kosten scheut, kann eine kleinere oder preiswertere Immobilie wählen. Das muss nicht unbedingt ein Billigbau sein. Die Region Berlin-Brandenburg ist im Vergleich mit dem Süddeutschen Raum ein „billiges Pflaster“. Häuser und Baugrundstücke sind derzeit sehr günstig zu haben.

Weitere Texte zum Sonderthema Eigenheimzulage auf der folgenden Seite.

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