Immobilien : Die Schnee-Heide erfreut die Wildbienen

Thomas Raus

DER ROTE PUNKT

Nachstehend veröffentlichen wir die vom Botanischen Garten für diese Woche herausgegebene, besonders sehenswerte, mit einem roten Punkt gekennzeichnet Pflanze. Der Garten ist täglich ab 9 Uhr geöffnet, die Gewächshäuser am Wochenende ab 10 Uhr.

Freiland. Ein kleiner frostharter Zierstrauch verdient es, einmal aus seiner jahreszeitlich unattraktiven „Ecke“ herausgeholt zu werden: die Schnee-Heide (Erica carnea). Sie hat viele gärtnerisch geschätzte Eigenschaften: Winterfestigkeit, eine lange Blühdauer und die Funktion als immergrüner Bodendecker. Zu Tausenden wandern die auf Blütenfarben von tiefrosa bis schneeweiß gezüchtete Pflanzen spätestens ab November auf die Grabstellen , um erst nach „Gertrud“, dem traditionellen Start der Gartenarbeit am 17. März, allmählich von den Stiefmütterchen vertrieben zu werden.

Tatsächlich trägt die Schnee-Heide ihren Namen zu Recht. Die Wildart beginnt bereits im Januar zu blühen, sobald sie vom Schnee freigegeben wird, und stellt im Gebirge die erste Bienenweide des Jahres dar. Sie gedeiht am Grund sonniger Kiefern- und Krummholz-Bestände der Alpen und des Alpenvorlandes auf mäßig trockenen, meist kalkhaltigen, steinigen Lehmböden. Ein isoliertes Wildvorkommen befindet sich in der Oberpfalz und dem angrenzenden Vogtland. Es braucht die Symbiose mit einem bestimmten Wurzelpilz im Boden. Hier mag der Grund zu suchen sein, wenn sie – in Vorgärten gepflanzt – manchmal kümmert.

Betrachtet man die in einem dichten, einseitswendigen Blütenstand versammelten Einzelblüten, bemerkt man, dass die ornamentale Wirkung der rosafarbenen Glöckchen vor allem auf den aus der Blütenhülle hervorschauenden, karminroten Staubbeuteln beruht, die mit dem Hellrosa der Blumenkrone ästhetisch kontrastieren. Man sieht sozusagen den Klöppel der Glocke, was dem Ganzen eine große Lebendigkeit verleiht.

Die Schnee-Heide blüht derzeit zur Freude unserer früh fliegenden Wildbienen großflächig in der Pflanzengeografischen Anlage – gleichsam als Abschiedsgruß des dieses Mal so zähen Winters.

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