Immobilien : Die Stunde der Gräser

Bei geschickter Auswahl sind die grazilen Pflanzen ein schöner Blickfang

Peter Busch

Leider gehören Gräser vielerorts immer noch zu den Pflanzen, die im Garten viel zu wenig verwendet werden. Dabei sind gerade die winterharten Ziergräser unproblematisch zu kultivieren und wachsen jahrelang in immer dickeren Horsten an derselben Stelle. Das Vorurteil, dass Gräser nur grünes Beiwerk im Garten liefern, ist unbegründet. Bei einer geschickten Auswahl bieten sie eine Vielfalt von Formen und Farben und bringen so Ruhe in Staudenbeete, werten eher trostlose Wege auf und setzen einen Blickfang am Teich oder am Hauseingang.

Jetzt im Herbst, wenn die Pracht der Sommerblumen langsam zu Ende geht, ist die große Stunde vieler Gräser gekommen, deren Halme und Ähren sich an kalten Morgen von Tautropfen überzogen und später vom Raureif bedeckt zeigen. Bei vielen Gräsern kommen zu den dekorativen Halmen ab Spätsommer die ährenartigen Blüten hinzu, die sich bis in den Winter hinein halten und im herbstlichen Licht dem Garten einen grazilen Schmuck verleihen. Besonders während der vegetationslosen Zeit im Winter geschätzt sind dann spezielle Gräser, die auch über Winter ihr Grün behalten und etwas Farbe in diese eher graue Jahreszeit bringen.

Zwischen den bekannten Ziergräsern lassen sich unter den vielen Arten die passenden für den eigenen Garten auswählen, die sich zur Bepflanzung von sonnigen bis schattigen Lagen eignen. Von nur gut zehn Zentimeter großen Rasenpolstern bis zu einem Meter hohen, aufrechten Halmen mit einfarbig grüner, rötlicher, blauer bis blaugrüner oder auch weiß- oder gelbbunter Farbe gibt es ein reichhaltiges Sortiment. Dekorative, verschiedenfarbene Blütenähren verstärken im Herbst zudem den auffälligen Eindruck, den die Gräser vermitteln.

Die meisten Gräser verlangen einen sonnigen bis halbschattigen Stand in etwas geschützter Lage bei normalem, gut durchlässigem Boden; Staunässe über Winter wird schlecht vertragen. Jungpflanzen, die man in den Garten setzt, sollten im ersten Jahr auch reichlich Feuchtigkeit erhalten, damit die Gräser rasch anwachsen.

Als Standort bietet sich ein Platz im Heide- oder Gräsergarten an, sehr reizvoll ist aber auch eine Kombination mit Stauden, wie Skabiosen, Fackellilien oder eine Pflanzung neben Gewächsen am Wasserbecken, zwischen Steinen oder im Vorgarten und neben dem Hauseingang.

Den Winter über lässt man die Gräser unbeschnitten stehen und mulcht noch etwas mit Laub, um den Wurzeln einen Frostschutz zu geben.

Erst im zeitigen Frühjahr wird aufgeräumt und zurückgeschnitten. Ältere Horste, die meist gerne zum Wuchern neigen, eignen sich gut zum Teilen. Sie werden in mehrere Stücke zerschnitten, die dann wieder neu eingepflanzt werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr, eine Teilung im Herbst wird nicht so gut vertragen.

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