Immobilien : Die vielseitige Schlehe

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DER ROTE PUNKT

Jede Woche gibt der Botanische Garten eine Liste mit besonders sehenswerten Pflanzen heraus, die durch ihre Blüten oder auch Früchte beeindrucken. Sie sind auf dem Gelände oder in den Gewächshäusern mit einem roten Punkt gekennzeichnet. Aus Platzgründen können wir nur jeweils ein Gewächs vorstellen. Der Garten ist täglich von 9 Uhr an geöffnet, die Gewächshäuser am Wochenende ab 10 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.bgbm.org .

Freiland. Das markanteste Merkmal der Schlehe (prunus spinosa) sind ihre steifen Zweige mit den einzelnen Kurztrieben, die in sehr langen und spitzen Dornen enden. Daher wird das zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) zählende Wildgehölz im Volksmund auch Schlehdorn oder Schwarzdorn genannt.

Verwendung findet der Schlehdorn nicht nur in naturnahen Gärten als überreich blühender Zierstrauch oder als Wind und Sichtschutz, sondern auch als Tierfutter, Arzneipflanze und als Nahrungsmittel. Denn das Gehölz beherbergt und ernährt eine schier unendliche Anzahl von Lebewesen: Insekten und Schmetterlinge laben sich im zeitigen Frühjahr an dem reichlich vorhandenen Nektar der zarten Blüten, die noch vor dem Laubaustrieb erscheinen. Kleinere Säugetiere finden im dornigen Dickicht Schutz vor Feinden und schlechter Witterung. Und für zahlreiche Vogelarten sind die blauen Früchte Herbst- und Winternahrung. Den Menschen dient der aus getrockneten Blütenblättern hergestellte Tee als Heilmittel. Er wirkt krampflösend, schweißtreibend oder als mildes Abführmittel. Die im Herbst heran reifenden Früchte können zu Saft, Marmelade, Mus oder Likör weiterarbeitet werden.

Mit diesen kirschgroßen Steinfrüchten, den so genannten Schlehen, schmückt sich zurzeit das Wildgehölz, das nach Angaben des Botanischen Gartens im Bereich der Rosengewächse steht (Vom Eingang Unter den Eichen vorbei an den großen Teichen zum Rosenpavillon). Der Begriff Schlehe stammt ursprünglich aus dem Indogermanischen, bedeutet bläulich und bezieht sich auf die Farbe der Frucht.

Schlehen sollten nicht vor dem ersten Frost geerntet werden. Sie sind roh ungenießbar, denn sie schmecken dann herb und sehr sauer. Durch den Frost werden die Früchte, die reichlich Vitamin C enthalten, zwar etwas schrumpelig, doch der hohe Gerbstoffgehalt senkt sich und der milde Geschmack nach Bittermandel, Pflaume und Kirsche kann sich entfalten.

Vom Ursprung her bevorzugt die Schlehe einen nährstoffreichen, wasserdurchlässigen, kalkhaltigen, trockenen Boden. Sie wächst in Europa bis Westasien von der Ebene bis in mittlere Gebirgslagen an Fels- und Schutthängen, in lichten Wäldern und auch an Wald- und Wegrändern. Die Wurzeln bilden lange Ausläufer, wodurch sich das Gehölz stark ausbreiten kann und undurchdringliche Dickichte bildet. Die Schlehe gilt übrigens als Stammform der Pflaume. W.H.

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