Immobilien : Die Zeit der Raublattastern

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Nachstehend veröffentlichen wir die vom Botanischen Garten für diese Woche herausgegebene Zusammenstellung besonders sehenswerter Pflanzen, die im Freigelände oder in den Gewächshäusern mit einem roten Punkt gekennzeichnet sind. Der Garten ist täglich von 9 Uhr an geöffnet, die Gewächshäuser am Wochenende ab 10 Uhr.

Freiland. Blauviolett blüht die Raublattaster (Aster novae-angliae) im System der Krautigen. Steif- und raubehaart, besitzt sie wie alle Astern deutlich entwickelte, auffallende randliche Zungenblüten. Neben der bereits erwähnten Farbe kommen auch Formen mit roten oder rosafarbenen Zungenblüten vor. Die zentralen Scheibenblüten sind stets gelb. Bei trübem Wetter und abends nehmen die Blüten Schlafstellung ein. Neueren Sorten ist diese Eigenschaft fast schon „weggezüchtet" worden. Die Raublattaster ist auf reichlich Bodenfeuchtigkeit angewiesen, Ballentrockenheit führt zu schlechter Blütenentwicklung und Mehltaubefall.

Bei guter Entwicklung erreicht sie locker eine Höhe von 180 Zentimetern. Die Gattung Aster umfasst über 500 Arten, über die Hälfte davon ist in Nord- und Mittelamerika zu Hause. Zu unserer heimischen Flora gehören zum Beispiel Strand- und Alpenaster. Die erste liebt die schwach versalzten Böden der Küsten und Salzstellen des Binnenlandes, die andere frische, oft kalkfreie sonnige alpine Steinrasen. Auch außerhalb der Alpen ist sie zu finden, beispielsweise an felsigen Hängen des Bode- und oberen Saaletales.

Die Raublattaster gehört zur Gruppe derjenigen nordamerikanischer Asternarten, die als Herbst- oder Staudenastern bezeichnet werden. Sie haben als Zierstauden mit vielen Sorten Eingang in unsere Gärten gefunden. Wirtschaftlich weitaus wichtiger als die Herbstastern ist die Gattung Callistephus mit nur einer Art, der Garten- oder Sommeraster (Callistephus chinensis). Diese ursprünglich aus China stammende einjährige Art wird seit fast 280 Jahren mit einer nunmehr unüberschaubaren Fülle von Sorten in Europa kultiviert. Sie gehören zu den am häufigsten gekauften Sommerblumen überhaupt. Es gibt purpurfarbene, rote, weiße, blaue und blauviolette Sorten, Formen mit Röhrenblüten, Formen, bei denen die Zungenblüten tütenförmige Gestalt haben (so genannte Pompon-Blüten) oder auch Gartenformen mit kraus gewellten Zungenblüten. Die ersten amerikanischen Astern kamen 1637 im Gepäck von John Tradescant, einem englischen Naturalisten, Pflanzensammler und Gärtner nach Europa.

Astern gehören zur größten Familie des Pflanzenreiches, den Korbblütengewächsen. Charakteristisch ist die Form ihrer Blütenstände. Die einzelnen Blüten sind dicht gedrängt in größeren oder kleineren Köpfchen zusammengefasst und stehen auf einem verbreiterten, verdickten, korbartigen Blütenboden. Diese Köpfchen werden von einer Hülle aus Hochblättern umgeben. So gehört jede einzelne Zunge unserer Raublattaster zu einer Zungenblüte und jede einzelne Röhre der zentralen Scheibenblüten ist die Kronblattröhre einer Röhrenblüte. Aus dem Fruchtknoten jeder einzelnen Scheibenblüte reift nach Bestäubung und Befruchtung eine Frucht heran. An der reifen Frucht der Korbblütengewächse ist der Kelch typischerweise als Haarschopf ausgebildet. Die Fruchtstände des Löwenzahns zum Beispiel bestehen aus einer Vielzahl einzelner Blüten im Fruchtstadium. Die reifen Früchtchen der „Pusteblume“ schweben mittels ihrer Kelchhaare bei Wind durch die Luft und werden so verbreitet. Christa Beurton

Heute und morgen (9 bis 18.30 Uhr) findet im Neuen Glashaus eine Verkaufsausstellung der Deutschen Orchideen-Gesellschaft statt.

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