Immobilien : Edles Ambiente

Weiße Möbel und Accessoires wirken zurückhaltend und elegant, aber nie langweilig

Insa Lüdtke

Eskimos kennen rund 20 Wörter, um die zahlreichen Nuancen der Farbe „Weiß“ zu beschreiben, die eigentlich gar keine ist. „In der Natur kommt reines Weiß praktisch nicht vor“, erklärt Markus Schlegel, „die Abstufungen reichen von strahlendem Weiß über Eierschalen- und Wollweiß bis hin zu warmen Cremefarben.“ Schlegel lehrt Farb- und Oberflächendesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst in Hildesheim.

„Weiß steht für Ruhe und Klarheit sowie Reinheit, Romantik und Purismus“, beschreibt Schlegel die vielfältigen Assoziationen. Der Wohnung können weiße Möbel und Accessoires Helligkeit und Weite vemitteln. Durch den hohen Reflexionsgrad intensiviert Weiß das von außen einfallende Licht und kann selbst kleinen Räumen ein Gefühl von Großzügigkeit verleihen.

Weiß muss aber nicht langweilig sein. Mehrere weiße Elemente miteinander kombiniert wirken zurückhaltend und elegant. „Auch wenn es zunächst den Anschein der Eintönigkeit haben kann, gerade Ton in Ton ist Weiß eine Herausforderung.“ erklärt Friederike Tebbe. Die Berliner Künstlerin berät Architekten und Designer bei Farbkonzepten: Durch die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen von Wand, Boden, Möbeln und Stoffen entstünden allein durch Licht und Schatten verschiedene Weißtöne.

Wer ein edles Ambiente liebt, kann Weiß am besten mit Silber oder anderen hellen Metallen kombinieren. Die neuen Teegeschirr-Produkte „Copo“ und „Pura“ aus dem Hause Blomus bestechen durch den raffinierten Materialmix aus Porzellan und Edelstahl: Kannendeckel und -bügel sowie die Tassengriffe und Untertassen bestehen aus dem glänzenden Metall, Kannenkorpus und Tassen sind aus Porzellan.

Dramatisch kann Weiß zusammen mit Dunkelbraun oder Schwarz wirken. Der Designer Renzo Stellon hat für die Serie „Phuket“ die Form einer Bambuspflanze aufgegriffen. Bisher gab es die Vasenobjekte schon in den Farben Amber, Amethyst, Aquamarin und Grau. Jetzt hat die Firma Salvati ihre Serie um Schwarz und Weiß erweitert. Die 60 Zentimeter hohen opaken Objekte in mundgeblasenem venezianischem Glas lassen sich zur Dekoration oder als klassische Vasen nutzen.

Weiß steht auch für Zeitlosigkeit und sportiven Lebensstil bei Sitzmöbeln. Der kubische Polsterhocker von Musterring beispielsweise macht sich schnell für dynamische Menschen unentbehrlich: Seine Sitzflächen können auf verchromten Rohren auseinander gleiten und bieten im Inneren viel Stauraum. Nebenbei eignet sich der Polsterhocker ideal zum Relaxen oder Abstellen eines Tabletts. Die zündende Idee für den Multi-Funktionshocker, den es mit weißem Stoff- oder Lederbezug gibt, verdankt Designer Wolfgang Setz der Streichholzschachtel: „Das Prinzip, zwei Teile ineinander zu schieben, um einen Behälter mit einer Hand zu öffnen, ist schlichtweg genial“, freut sich Setz.

Nicht in helle Aufregung aber in Bewegung versetzt der Relaxsessel „Tok“. Sein ausgeklügelter Mechanismus basiert auf einem besonderen Balance-Prinzip: Eine leichte Verlagerung des Körpergewichts genügt, um die Sitzposition zu verändern. Dieser Stuhl soll nach Angaben des norwegischen Herstellers „Movement Möbler AS“ den Körper zum dynamischen Sitzen anregen und eigne sich somit perfekt für „aktives Ausruhen“. Der Sessel ermöglicht zahlreiche bequeme Sitzpositionen. Durch die offene Sitzhaltung soll der Atem leichter fließen.

Die weichen Linien erhält „Tok“ durch drei laminierte Holzschalen, die mit bequemen Stoff- oder Lederbezügen gepolstert sind. Der in Japan geborene Designer Toshiyuki Kita gehört mit seinen Studios in Osaka und Mailand längst zur Haute Volée international anerkannter Produktdesigner und hat bereits mehrere Bücher über die Philosophie der Bewegung verfasst.

Unter dem Begriff „dynamisches Sitzen“ hat auch der norwegische Designer Per Øie die unkonventionelle Art des Sitzens an moderne Designanforderungen angepasst. So hat er die Stütze, die früher etwa beim Melken genutzt wurde, mit „Move“ auch für das Wohnzimmer von heute salonfähig gemacht. Er folgt dem natürlichen Bewegungsdrang und kann nicht wirklich als konventioneller Stuhl bezeichnet werden. Mit seinem sattelförmigen Sitz und dem höhenverstellbaren Fuß ist er vielmehr eine Stehhilfe: ideal zum Bügeln, Kochen oder für ein schnelles Frühstück in der Küche. Fest im Sattel sitzend, kann man beide Hände frei bewegen ohne das Bedürfnis zu haben, sich abstützen zu müssen. Mit einer Gasdruckfeder versehen, ist die Sitzhilfe stufenlos verstellbar.

Neben der Bewegung am Boden kann die Farbe Weiß auch für die Leichtigkeit des Schwebens stehen: Die Designer Wilmotte & Associes haben für die italienische Firma Artemide die Leuchte „Mouette“ (französisch für Möwe) entwickelt. Die asymmetrische Pendelleuchte in Form eines Vogelflügels besteht aus einem einzigen Stück Polypropylen, das über Rotationsspritzguss hergestellt wird. Dieses Material ermöglicht die optimale Abstrahlung des Lichtes: Es wird gleichmäßig und ohne Schattenbereiche über die gesamte Fläche des Leuchtenkopfes gestreut.

Bodenhaftung versprechen dagegen die stilvollen, mit weißem Leder oder Stoff bezogenen Sitzkissen. Sie bringen unkompliziertes Flair von improvisiertem Wohnen in die eigenen vier Wände. Die quadratischen Kissen „M 019“ mit einer Seitenlänge von 70 Zentimetern sollen die Ursprünglichkeit der Nomadenkultur in die Wohnstätten von heute transportieren.

Durch eine Antirutsch-Matte auf der Unterseite bekommen die 20 Zentimeter hohen Polsterkissen auch auf glatten Böden festen Halt. Die Kissen lassen außerdem Spielraum zur Improvisation: Drei Kissen nebeneinander ergeben eine Liegefläche - perfekt für Gäste, die spontan über Nacht bleiben wollen. Einzeln machen die einladenden Polsterkissen ebenfalls ein gute Figur etwa in funktionalen Räumen: ob beim Yoga, Meditieren oder als Ruhe-Oasen in Fitness- und Wellness-Bereichen.

Weiteres im Internet:

www.artemide.com

www.blomus.com

www.maximilian-home.com

www.musterring.de

www.salviati.com

www.stokke.com

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