Ehemalige Zigarettenfabrik Garbáty : Zug um Zug

Die Familie Garbáty emigrierte 1939 in die USA.

Um 1900 war Berlin das Zentrum der deutschen Zigarettenindustrie. 1881 hatte Josef Garbáty-Rosenthal sein Zigarettenunternehmen gegründet. 1906 verlegte er seine Firma nach Pankow und ließ Fabrikanlagen an der Hadlich- und Berliner Straße bauen. Die Beschäftigten der Firma hatten es vergleichsweise gut. Für sie gab es zahlreiche soziale Einrichtungen auf dem Firmengelände, darunter auch Bäder, Bibliothek und Wäscherei.

Nach dem Bau eines dritten Fabrikgebäudes 1931 hatte Garbátys Betrieb fast 1600 Beschäftigte. Mit der „Machtergreifung“ der Nazis begann eine schwere Zeit für die deutsch-national eingestellte Familie jüdischen Glaubens. 1938 wurde im Zuge der „Arisierung“, d. h. der „Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben“, der gesamte Garbáty-Besitz an die Jakob Koerfer Gruppe (Köln) zwangsverkauft. 1939 emigrierte die Familie Garbáty nach Amerika. Der Firmengründer Josef Garbáty blieb. 1939 verstarb er 88-jährig in Pankow. Sohn Eugen wurde ausbezahlt. Enkel Thomas, Sohn von Moritz Garbáty, verstarb am 29. Juli 2009. Urenkel Michael Garbáty lebt heute in den USA – und interessiert sich für die weitere Entwicklung des 19 000 Quadratmeter großen Areals. Bü.

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