Immobilien : Eigenheime sind billig wie lange nicht mehr

NAME

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland befinden sich auf sehr niedrigem Niveau. Dies geht aus einer Untersuchung der Wirtschaftsexperten von Price Waterhouse Coopers hervor. Demnach sind die Preise seit Anfang der achtziger Jahre zurückgegangen und liegen nunmehr um zehn Prozent unter dem so genannten Gleichgewichtswert. Dieser Wert bildet die Relation der Immobilienpreise zum verfügbaren Einkommen ab. Ursache für die günstigen Preise seien das Überangebot von Immobilien in den Neuen Bundesländern sowie die seit Anfang 2001 abnehmende Konjunktur.

Eine Unterscheidung des Marktes nach Regionen treffen die Experten nicht. Dagegen hatten überregionale Maklerhäuser und Berater von der Hypovereinsbank in der jüngeren Vergangenheit auf die starken regionalen Unterschiede der Märkte hingewiesen. In Metropolen wie München sei Wohnraum knapp und die Preise seien entsprechend hoch. Dagegen gebe es in Berlin und den neuen Bundesländern ein großes Angbot an Immobilien. Deshalb gäben die Preise hier nach. Das große Angebot sei durch den Bauboom entstanden. Dieser habe seine Ursache in den hohen steuerlichen Vorteilen für Bauinvestitionen im Beitrittsgebiet gehabt.

Dagegen ist nach Angaben der Marktbeobachter der Hypovereinsbank die Nachfrage nach Wohnraum auch in den Ballungsgebieten Frankfurt und Hamburg sehr groß. Ursache dafür seien die überdurchschnittlich guten wirtschaftlichen Perspektiven dieser Regionen. Daher seien dort auch die Miet- und Kaufpreise für Wohnraum gestiegen. Dies betreffe besonders die guten und sehr guten Lagen in den genannten Metropolen.

Dies gilt nicht für das Umland von Berlin. Hier sind die Preise nach Erhebungen der Hypovereinsbank fast überall gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr seien in den Landkreisen Fläming sowie Dahme-Spreewald für Eigenheime etwa fünf Prozent weniger für Neubauten zu zahlen, für Altbauten sogar sieben Prozent weniger. In Potsdam-Mittelmarkt betrage der Rückgang fünf Prozent und in den Landkreisen Barnim Märkisch-Oderland sowie Oder-Spree rund vier Prozent. Grundsätzlich gelte die Regel: Je näher die Eigenheime an den Stadtgrenzen von Berlin liegen, desto höher seien die Preise.

Unter den Gemeinden im Umland der Hauptstadt sagen die Marktforscher der Hypovereinsbank dem Kreis Potsdam-Mittelmark die beste Entwicklung voraus. Dort erreiche die Quote der Baugenehmigungen mit 4,6 Einfamilienhäuser pro 1000 Einwohner sogar einen Spitzenwert im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (2,8). Hoch ist die Baugenehmigungsquote auch in den nordöstlichen Landkreisen wie Barnim. Allerdings sei hier die wirtschaftliche Lage nicht so aussichtsreich wie am südlichen Rand Berlins. Die Nachfrage nach Immobilien stamme im Norden weniger von Zuzüglern als von Menschen, die an den Grenzen des Stadtgebietes wohnen. Dort lebten viele Bewohner in Siedlungen aus Plattenbauten, Hohenschönhausen oder Weißensee beispielsweise. Deren Bewohner gelten als potenzielle Käufer von Einfamlienhäusern.

Den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald sagen die Marktbeobachter der Hypo-Vereinsbank eher verhaltene Perspektiven voraus. Zwar sei das Angebot an Arbeitsplätzen insbesondere im Landkreis Teltow-Fläming überdurchschnittlich. Doch die benachbarten Lagen im Kreis Potsdam-Mittelmark oder im Berliner Stadtgebiet böten auch eine Vielzahl von Ausweichmöglichkeiten. Da in allen Segmenten des Marktes das Angebot die Nachfrage übersteige, bestünden kaum Aussichten darauf, dass die Kauf- oder Mietpreise steigen. Dabei befänden sie sich bereits heute auf niedrigem Niveau.

Ein weiterer Indikator für die Entwicklung der Immobilienpreise ist das Angebot von Wohnraum. Nach Angaben des Verbandes Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmer stehen im Westteil der Stadt 12750 Wohnungen leer. Dies seien 0,4 Prozent mehr als im Jahr 2001. Im Ostteil der Stadt seien keine Nutzer für 32000 Wohnungen zu finden. Bezogen auf das Wohnungsangebot entspricht dies einer Leerstandsquote von 8,4 Prozent (Westen: 3,4 Prozent). Der Leerstand sei im Osten Berlins zum ersten Mal seit 1995 nicht gestiegen. Die Krise am Wohnungsmarkt sei damit aber nicht beendet. Die Unternehmen planten den Abriss von 28000 Wohnungen, um das Überangebot zu verringern. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben