Eigentumswohnungen : Keine Schnäppchen bei Eigentumswohnungen

Trotz niedriger Zinsen sollten sich potenzielle Käufer nicht zu übereilten Käufen hinreißen lassen.

Angesichts niedriger Zinsen interessieren sich viele Sparer derzeit für eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage. Experten warnen davor, aus Eile auf „Schnäppchen“ hereinzufallen. So etwas gebe es bei Wohnungen, die von Maklern angeboten werden, praktisch nicht.

„Eine professionell angebotene Immobilie ist von einem Profi bewertet worden. Beim Wort ,Schnäppchen’ würden bei mir daher eher die Glocken läuten“, sagte Peter-Georg Wagner vom Maklerverband IVD-Nord in Hamburg. Der Preis werde von Verkäufer und Makler taxiert, bevor das Objekt öffentlich angeboten wird. Wird der Quadratmeter deutlich unter dem stadtteilüblichen Preis angeboten, werde das seine Gründe haben.

„Das können eine alte Bausubstanz oder ein Investitions- oder Sanierungsstau sein“, zählte Wagner auf. Manchmal müssten Käufer bei günstigen Wohnungen in Eigenarbeit noch einiges instand setzen. „Da wartet dann noch viel Arbeit auf Sie.“ Wichtig: Innerhalb der Wohnung könnten gerade handwerklich Begabte viel selbst erledigen. Außerhalb sind Käufer aber von den Miteigentümern abhängig – und müssten Entscheidungen mit den anderen Wohnungsinhabern gemeinsam treffen.  Daher sind laut Wagner Lage und Qualität der Wohnung am wichtigsten – nicht ausschließlich der Preis. Dass der sich über die Kräfte des Marktes gebildet hat, veranschaulicht auch der Blick auf das Interesse des Maklers: Er verdient sein Geld an der Courtage, die sich am Kaufpreis bemisst und häufig vom Käufer allein zu zahlen ist.

Er hat also ein Interesse an einem marktgerechten Verkaufspreis, denn dann lässt sich die Wohnung rasch verkaufen. Ist der Preis allerdings zu hoch, findet er keinen Käufer. „Es nützt ihm also nichts, den Preis zu hoch oder zu niedrig zu taxieren.“

Die erste Frage, die Käufer einer Eigentumswohnung für sich beantworten müssen, ist die nach der Nutzung: Soll die Immobilie selbst genutzt werden oder soll sie ein Anlageobjekt sein? „Eine Eigentumswohnung ist natürlich viel komplizierter als viele andere Anlageformen: Sie erwerben einen Miteigentumsteil, und der muss verwaltet und gegebenenfalls häufiger neu vermietet werden“, erklärt Wagner. „Und selbst wenn mir die Wohnung gefällt: Will ich sie vermieten, muss sie vor allem auch anderen gefallen können.“ Ein besonders ausgefallener Grundriss etwa passt nicht jedem.

 Befassen müssen sich Käufer auch mit der Höhe des Hausgeldes, bestehend aus Instandhaltungsrücklage an die Hausgemeinschaft und die von allen Parteien zu zahlende Verwaltergebühr. „Und schauen Sie unbedingt in die letzten Protokolle der Eigentümergemeinschaft“, rät Wagner Kaufinteressenten. Sie geben Aufschluss darüber, ob bereits Beschlüsse über anstehende Sanierungen vorliegen – auch das könnte ins Geld gehen. dpa

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