Immobilien : Ein Biotop mit vielen Facetten

Der Gartenteich muss kein Traum bleiben. Mit Folien oder Fertigteilen lässt er sich verwirklichen

Peter Busch

Teiche sind mit Abstand die beliebtesten Gestaltungselemente unserer Gärten, geben sie dem eigenen Grün doch eine individuelle Gestaltung, und das vielfältige Leben am und im Wasser sorgt für Abwechslungen und Entdeckungen.

Die Größe eines Teiches richtet sich in erster Linie nach der Grundstücksgröße. Da um den Teich herum Platz bleiben sollte für eine Sumpfzone, Uferpflanzen, eine Feuchtwiese und Gebüsche, ist die Größe von vier bis sechs Quadratmetern bei kleinen Grundstücken ausreichend. Wer über viel Platz verfügt, sollte eine ideale Teichgröße von etwa 25 Quadratmetern erwägen.

Ziel bei der Anlage eines Teiches ist es, eine Vielfalt an Strukturen zu schaffen: eine möglichst lange, geschwungene Uferlinie mit flachen, sich erwärmenden Wasserzonen und eine tiefere, an einer Stelle mindestens 80 Zentimeter betragende, krautreiche Wasserzone. Als Standort für einen Teich eignet sich ein Platz, der teilweise im Schatten liegt, um das Wachstum der Wasserpflanzen in Grenzen zu halten.

Da die Gartenböden wasserdurchlässig sind, ist eine künstliche Abdichtung notwendig. Von den verschiedenen Methoden ist heutzutage die Teichfolie die gebräuchlichste und beste; als Alternative gibt es fertige Schalen zu kaufen.

Nach dem Aushub einer Mulde ist es nicht schwer, die passende Teichfolie auszubreiten. Leider ist heute immer noch zu beobachten, dass die Folie anschließend über den Teichrand gelegt und eingegraben wird. Dadurch entstehen hässliche Plastikränder, oder das Teichwasser wird von der Erde aufgesogen, die auf die Folie gelegt wird. Besser ist es deshalb, die Folie, nachdem sie die Flachwasserzone horizontal durchlaufen hat, senkrecht aufzurichten, im Teich mit Steinen zu fixieren und hinter dem Teich mit Erde aufzufüllen. Einige Tage nach dem Wassereinlauf wird die Folie ein bis zwei Zentimeter über dem optimalen Wasserstand abgeschnitten. Pflanzen in der Flachwasserzone und am Uferrand lassen die Folie bald nicht mehr sichtbar erscheinen.

Schon zum Zeitpunkt des Wassereinlaufes setzt man die Pflanzen der Tiefwasserzone an ihren Platz. Geeignet sind Seerosen, Seekanne und Wassernuss sowie als Unterwasserpflanzen Froschbiss, Laichkraut, Wasserfeder und Wasserhahnenfuß. Es werden nur einige wenige Pflanzen benötigt, da sie sich schnell ausbreiten.

Für die Flachwasserzone eignen sich Schwanenblume, Seggenarten, Fieberklee, Flechtbinse, Igelkolben, Froschlöffel, Pfeilkraut, Rohrkolben, Sumpfschwertlilie und Tannenwedel.

Mit einigen Eimern Wasser und etwas Schlamm aus einem intakten Gewässer holt man sich dann Leben in den eigenen Teich. Grundsätzlich sollte man niemals Pflanzen geschützter Arten und Frösche, Kröten, Molche oder deren Laich aus der Natur in den eigenen Garten holen; dieses ist zudem gesetzlich verboten.

Fische führen in Gartenteichen meist zur Überdüngung, was sich in einer vermehrten Algenbildung zeigt. Mit der Fertigstellung eines Teiches beginnt ziemlich schnell ein vielfältiges Leben: Libellen gehen auf Insektenfang, Vögel nutzen das Wasser als Tränke, und bald quakt der erste Frosch oder eine Kröte.

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