Immobilien : Ein Freiluftzimmer im Garten

Pavillons sind reizvolle gestalterische Elemente und laden zum Rückzug aus dem Alltag ein

Tassilo Wengel

Pavillons verleihen dem Garten eine besondere Note, sind Blickfang und Orte der Ruhe und Besinnlichkeit zugleich. Bereits Guillaume de Lorris beschreibt im 13. Jahrhundert in seinem „Roman de la rose“ (Rosenroman) einen „Garten der Freude“. Es ist eigentlich eine Vision vom Traumgarten nördlich der Alpen, denn beschrieben wird ein begrünter Pavillon, den vor allem Gehölze aus dem Mittelmeerraum wie Lorbeer, Ölbäumen, Zypressen und Zedern umgeben.

Tatsächlich gab es bereits seit dem Mittelalter zeltähnliche Konstruktionen, die an Pavillons erinnern. Im verspielten Rokoko kamen Pavillons allmählich in Mode. Sie waren wie andere Elemente der Gartenkunst mehr Dekoration, aber man nutzte sie auch zum Tee trinken, als Schutz bei Regen und für ungestörte Stunden. Als im 18. Jahrhundert der englische Landschaftsgarten mit Baumgruppen, Schlängelwegen zwischen weiten Rasenflächen und reizvollen Sichtachsen auf dem europäischen Kontinent Furore machte, wurden auch Pavillons in die Gestaltung einbezogen.

Spätere Epochen variierten und ergänzten Form und Material, verwendeten Metall und Holz für Pavillons und Ranklauben, wodurch diese Gartengebäude zunehmend an Bedeutung gewannen.

Heute gehören Pavillons immer noch zu den besonderen Attributen, die dem Garten das berühmte i-Tüpfelchen verleihen. Die Auswahl ist groß und neben Holz gehören verzinkter Stahl oder Aluminium zu den gängigen Materialien.

Bevor man sich für ein bestimmtes Modell entscheidet, sollten von mehreren Firmen Angebote eingeholt und verglichen werden, denn nicht nur das Preis-Leistungsverhältnis kann erhebliche Unterschiede aufweisen, sondern auch die Garantieansprüche und der Kundendienst. Wichtig ist auch zu wissen, ob Türen und Fenster im Preis inbegriffen sind oder zusätzlich bezahlt werden müssen. Bei Modellen aus verschiedenen Bauteilen, muss die Frage der Ersatzteillieferung geklärt sein, damit auch in einigen Jahren Teile ausgetauscht werden können. Alles Fragen, die man vor der Entscheidung für das Modell klären muss, damit es später nicht zu bösen Überraschungen kommt.

Ursprünglich ein offenes Gartenhaus mit schöner Aussicht, bezeichnen Hersteller auch geschlossene Gartenhäuser als Pavillons, wenn sie eine sechs-, acht- oder zwölfeckige Form haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Gebäude offen oder geschlossen ist.

Ist die Wahl getroffen, muss bei der örtlichen Baubehörde geklärt werden, ob eine Anmeldung oder Baugenehmigung erforderlich ist. In Brandenburg und Berlin sind kleine Gartenhäuser genehmigungsfrei.

Erst dann wird das Fundament errichtet. In der Regel liefert der Händler einen Plan mit genauen Abmessungen. Ob man Punkt- oder Streifenfundament wählt oder sich für Betonplatten entscheidet ist egal. In jedem Fall muss es exakt mit der Wasserwaage ausgerichtet sein, damit später Türen und Fenster nicht klemmen.

Da Pavillons als Baukastensystem zur Verfügung stehen, können sie mit etwas handwerklichem Geschick je nach Modell von ein oder zwei Personen selbst montiert werden. Wer nicht so geschickt ist, kann auch den Fachmann der Lieferfirma mit der Montage beauftragen.

Welches Modell ausgewählt wird, hängt natürlich vom Geldbeutel ab. Einfache Ausführungen gibt es schon ab etwa 300 Euro. Attraktivere Modelle in Sechs- und Achteckform aus Holz sind für 3000 bis 6000 Euro bei zahlreichen Anbietern erhältlich. Für exklusive Varianten in Ausführung und Material müssen in vielen Fällen ab 18 000 Euro bezahlt werden. Sicher sind auch der Geschmack jedes Einzelnen und der Verwendungszweck maßgebend für die Wahl.

Ganz oben in der Gunst der Kunden steht Holz in allen denkbaren Variationen. Die Palette bietet verschiedene Holzarten, aber auch Massivholz mit behandelter Kiefer- oder Teak-Lasur sowie weiß oder farbig gestrichen. Angeboten werden auch viele Ausführungen: offen, teilweise verglast oder ganz geschlossen. Die Dacheindeckung kann aus Kunststoffplane – meist weiß/grün oder weiß/blau – aus Bitumenschindeln, Holz oder Kupferschindeln sein.

Hat der Pavillon eher die Art einer Gitterlaube, bieten sich entweder für das Dach Holzschindeln an oder man wählt gitterartige Endeckungen, wozu Dreieckornamente verwendet werden. Holzpavillons in der Art von Gitterlauben wirken besonders dekorativ, wenn sie von Kletterpflanzen bewachsen sind. Das gilt auch für Pavillons oder Ranklauben aus verzinktem Rohr.

Neben der Funktion als „Freiluftzimmer“ können Pavillons im Garten auch die Rolle eines mehr oder weniger dekorativen Elements der Gartengestaltung übernehmen. Als schöner Blickfang inmitten einer Rasenfläche, über einem kleinen Wasserbecken oder als Standort für eine Statue sorgen sie für besondere Aufmerksamkeit. Ihre eindringlichste Wirkung entfalten sie am Ende eines Weges oder etwas versteckt liegend in einer kleinen Gartenecke, wo sie ein geheimnisvolles Flair ausstrahlen.

In jedem Fall eignet sich eine filigran-puristische Stahlkonstruktion sehr gut zum Bewachsen mit starkwüchsigen Kletterpflanzen. Hier bieten sich neben Kletterrosen vor allem Bergwaldreben, Geißblatt, Wilder Wein, Glyzine, Pfeifenwinde oder andere Klettergehölze an. Auch einjährige Arten wie Feuerbohnen, Prunkwinden, Schwarzäugige Susanne sind zum Bewachsen der filigranen Pavillons aus verzinktem Rohr zu empfehlen.

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