Immobilien : Ein Gehölz, das jeden Garten schmückt

Der Fachhandel bietet ein reiches Sortiment von Rhododendron-Züchtungen, die die Sonne lieben

Tassilo Wengel

Die ersten Rhododendren haben ihre Blütenpracht entfaltet und manch ein Gartenneuling wünscht sich, ein solches Gehölz zu besitzen. Wer noch keine Schatten spendenden Bäume auf seinem Grundstück hat, sollte aus dem großen Sortiment der Rhododendron-Arten, die auch als Alpenrosen oder Azaleen bezeichnet werden, solche Sorten und Hybriden auswählen, die Sonne vertragen. Das Angebot dieser immergrünen Züchtungen nimmt von Jahr zu Jahr zu. Was die Farbenpracht der Blüten und die Winterhärte betrifft, so sind sie den beliebten und alt bekannten groß blumigen Alpenrosen-Sorten ebenbürtig.

Für kleine Gärten gibt es Hybriden, die aus der Art Rhododendron yakushimanum entstanden sind und ausschließlich auf der kleinen japanischen Insel Yaku Shima vorkommen. Sie gedeihen dort in etwa 2000 Meter Höhe an sonnigen Standorten. Der bis zu 150 Zentimeter hohe Strauch wächst langsam, dicht und gedrungen und fällt durch einen silbergrauen-filzigen Austrieb auf. Die Blätter sind elliptisch geformt, acht bis zehn Zentimeter lang und an der Unterseite mit einem dicken, weißlichen bis gelbbraunen Filz bedeckt. Diese Merkmale sind auch bei den im Fachhhandel angebotenen Rhododendron-Yakushimanum-Hybriden zu finden, die sich dadurch leicht von anderen Alpenrosen-Sorten unterscheiden lassen.

Die Palette ihrer Blütenfarben reicht von Weiß über Rosa bis zu roten, lilafarbenen und gelben Tönen. Die Blüten öffnen sich je nach Sorte von Mitte Mai bis Mitte Juni. Einige schöne und bewährte Sorten sind ,Anuschka‘ (rosarot), ,Babette‘ (gelb), ,Fantastica‘ (außen rosarot, innen weiß), ,Flava Rosea‘ (hellgelb, hellroter Fleck), ,Leuchtfeuer‘ (rot), ,Polaris‘ (rubinrosa, gelbgrüne Zeichnung), ,Schneekrone‘ (weiß mit brauner Zeichnung), ,Schneewolke‘ (weiß, schwach lila getönt), ,Silberwolke‘ (im Aufblühen zartrosa, später weiß).

Ein reiche Auswahl Sonne liebender Rhododendren findet man besonders unter den sommergrünen Züchtungen, zu denen neben den prachtvoll blühenden Knap-Hill-Sorten auch Genter-, Mollis- und Rustica- Hybriden gehören.

Leuchtende Blütenpracht

Die Knap-Hill-Hybriden haben mit ihren großen leuchtenden Blüten und dem reichen Flor in den letzten Jahren viele ältere Sorten vom Markt verdrängt und Furore gemacht. 1943 kamen die ersten Züchtungen von England nach Deutschland. Je nach Sorte blühen sie von Mai bis Juni und erreichen eine Höhe von etwa 150 Zentimetern, vereinzelt auch zwei Meter. Die Blütenfarbe reicht von Weiß über Rosa, Gelb, Orange bis Rot und zeigt zahlreiche interessante Zwischentöne. Bei manchen Sorten kommt im Herbst ein zweiter Höhepunkt dazu, wenn sich das Laub leuchtend orange oder rot färbt. Einige empfehlenswerte Sorten sind ,Cecile‘ (tiefrosa), ,Feuerwerk‘ (leuchtend rot), ,Gibraltar‘ (leuchtend orange), ,Golden Sunset‘ (gelb), ,Homebush‘ (kräftig rosa), ,Hotspur Red‘ (leuchtend orangerot), ,Persil‘ (weiß), ,Royal Command‘ (zinnoberrot).

Bereits um 1820 wurden die Genter-Azaleen gezüchtet. Ihren Namen erhielten sie nach der belgischen Stadt Gent. Sie werden auch als Ponticum-Hybriden bezeichnet. Entstanden sind sie durch die Kreuzung von Rhododendron luteum mit amerikanischen Wildarten wie zum Beispiel R. calendulaceum (orangerot), R. nudiflorum (rosa oder weiß) sowie R. viscosum (weiß, stark nach Nelken duftend). Sie werden 150 bis 250 Zentimeter hoch und haben trompetenförmige Blüten, die von Ende Mai bis Mitte Juni erscheinen. Sehr schöne Sorten sind ,Coccinea Speciosa‘ (leuchtend dunkelorange), ,Pallas‘ (orangerot mit gelborangefarbener Zeichnung) oder ,Narcissiflora‘ (hellgelb, gefüllt, duftend).

Mit diesen nahe verwandt sind die Rustica-Hybriden. Sie sind durch Kreuzung von gefüllt blühenden Genter-Hybriden mit R. molle, einer Wildart mit Blüten in den Farben Gelb bis Dunkelrot. Merkmal der Sorten ist vor allem die gefüllte Blüte. Empfehlenswert sind die Sorten ,Aida‘ (rosa), ,Freya‘ (lachsrosa), ,Norma‘ (karminrot) oder ,Phidias‘ (gelborange).

Die Mollis-Hybriden, deren Züchtung 1870 in Holland und Belgien einsetzte, werden nur etwa 100 bis 150 Zentimeter hoch, sind aber sehr großblütig und glänzen mit leuchtenden Blüten in den Farben Weiß, Orange und Rot. Sehr dekorativ sind die Sorten ,Christopher Wren‘ (orangegelb mit orangebrauner Zeichnung), ,Dr. M. Oosthoek‘ (tief orangerot) und ,Sunburst‘ (tiefgelb).

Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit müssen für alle genannten Rhododendron bestimmte Standortbedingungen erfüllt werden. Sie mögen zwar Sonne, doch heiße, trockene Plätze an der Südseite des Hauses oder an einer Mauer vertragen sie ebenso wenig, wie schwere Lehm- oder Tonböden und Böden mit hohem Kalkgehalt.

Den Boden verbessern

Rhododendren sind Flachwurzler mit einem sehr dichten, feinen Wurzelwerk. Ihr natürlicher Standort sind Humus- und Waldböden. Sie benötigen einen lockeren, wasser- und luftdurchlässigen Boden mit einem leicht sauren Milieu. Der pH-Wert sollte zwischen 4,5 und 5,5 liegen. Liegt der Säuregrad des Bodens im neutralen bis alkalischen Bereich, kann die Bodenreaktion durch Einarbeiten von gut durchfeuchtetem Torf auf den erforderlichen Säuregrad gebracht werden. Leichte Sandböden lassen sich durch das Einarbeiten von reichlich organischem Material (Torf, Lauberde, Rindenkompost) verbessern.

Etwas aufwendiger ist die Bodenverbesserung bei schwerem Lehm-, Ton- und Kalkböden. Dort gedeihen Rhododendron nur, wenn ein Bodenaustausch vorgenommen oder eine ausreichend starke Schicht aus geeignetem Substrat aufgebracht wird. Dazu wird ein großes Loch ausgehoben und etwa die Hälfte der ausgeworfenen Erde mit Kies und organischem Material gemischt. Einfacher geht es jedoch, wenn man sich im Fachhandel spezielle Rhododendron-Erde kauft und diese verarbeitet.

Eine wichtige Pflegemaßnahme ist die Versorgung des Gehölzes mit Nährstoffen. Die Pflanze sollte regelmäßig organische Düngemittel und einen chloridarmen, mit Spurenelementen angereicherten Volldünger bekommen. Wird sie mangelhaft versorgt, bleiben die Blätter klein, das Laub verfärbt sich hell- bis gelbgrün und der Blütenansatz bleibt gering.

Nach der Blüte sollten die verwelkten Blütenstände ausgebrochen werden, und zwar bevor die jungen Triebe zu lang geworden sind. Ein Rückschnitt ist in der Regel nicht notwendig. Denn Rhododendron bauen sich alleine zu wohl geformten Sträuchern auf.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben