Immobilien : Ein Hauch von südlichem Flair

Mit ihren auffallend gefärbten Hochblättern vermittelt die Bougainvillea tropische Üppigkeit

Waltraud Hennig-Krebs,Tassilo Wengel

Von Waltraud Hennig-Krebs

und Tassilo Wengel

Kaum eine Pflanze verkörpert tropische Üppigkeit so sehr wie die Bougainvillea. Sie schmückt im südlichen Europa Hauswände, überflutet mit ihren auffallend gefärbten Hochblättern Mauern und rankt sich an Bäumen empor. Leider sind die bei uns angebotenen zahlreichen Züchtungen nicht winterhart. Um über Jahre Freude an diesen Kletterpflanzen zu haben, sollte man sie nur halten, wenn man ihnen im Freien einen vollsonnigen, warmen und windgeschützten Platz bieten kann und im Winter einen kühlen, frostfreien Standort. In unseren Breiten ist es daher ratsam, sie im Topf oder Kübel zu kultivieren, sei es im Wintergarten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon.

Entdeckt wurde die Pflanze während der ersten französischen Weltumsegelung (1766 bis 1769) unter Kapitän Louis-Antoine Comte de Bougainville. Ihm zu Ehren erhielt die Gattung den Namen Bougainvillea.

Die Bougainvillea gehört zur Familie der Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae) und umfasst etwa 14 strauchige bis kletternde Arten, die von Mittelamerika bis ins tropische Südamerika beheimatet sind. Die verhältnismäßig unscheinbaren, kleinen gelblichweißen Blüten stehen in Dreiergruppen zusammen, die am Grunde von drei prächtig gefärbten Hochblättern (Brakteen) umgeben sind. Sie sorgen – wie beim Weihnachtsstern – für die Farbenpracht.

Die meisten Bougainvillea-Sorten sind Abkömmlinge von zwei in Brasilien beheimateten Arten: B. spectabilis und B. glabra. Letzere ist auch als Zimmerpflanze gut zu halten, denn sie wächst nur schwach und bleibt klein. Ihre elliptischen, flaumig behaarten Blätter haben an der Spitze gekrümmte Dornen. Von März an erscheinen die leuchtend violetten Hochblätter. Bougainvillea spectabilis dagegen ist kräftig im Wuchs und wird im Wintergarten mehrere Meter hoch. Sie hat ebenfalls behaarte Blätter sowie holzige, kräftige Dornen. Die Hochblätter sind rosarot gefärbt und größer als die von B. glabra.

Als Topf- oder Kübelpflanze sind vor allem Hybriden von Bedeutung, die im Frühjahr angeboten werden. Es sind Sorten mit großen, attraktiv gefärbten Hochblättern von Weiß über Gelb, Orange und Rosa bis Purpurrot. Außerdem gibt es Formen mit panaschierten Blättern.

Der Pflegerhythmus der Bougainvilleen wird bestimmt durch eine Vegetationsperiode vom Frühjahr bis Herbst und eine winterliche Ruhephase von November bis Januar. In jedem Fall sollten alle Arten und Sorten während dieser Zeit hell und kühl stehen.

Bougainvillea glabra kultiviert man im Winter bei Temperaturen um zehn Grad Celsius oder kühler, aber auf keinen Fall unter fünf Grad Celsius. Der kühle Stand bedingt auch weniger Wasser, deshalb hält man den Wurzelballen nur gering feucht. Durch die niedrigen Temperaturen und die geringe Ballenfeuchtigkeit kann es zum Abwerfen der Blätter kommen. Hybriden, aber auch die Art Bougainvillea spectabilis, benötigen dagegen keine ausgeprägte Ruhezeit. Sie stehen im Winter am besten bei Temperaturen zwischen zwölf und 14 Grad Celsius. Man hält den Wurzelballen feucht, aber nicht nass.

Sobald die Tage länger werden, sollten die Bougainvilleen verpflanzt werden. Am besten dafür geeignet ist Einheitserde. Nach dem Verpflanzen erhalten die tropischen Schönheiten mehr Wärme und werden regelmäßig gegossen. Die Blüte erfolgt von März bis Juni. Gedüngt wird während der Hauptwachstumszeit ein Mal wöchentlich mit einem Volldünger. Im Herbst wird das Düngen langsam eingeschränkt und im Winter ganz darauf verzichtet.

Große Pflanzen sollten vor dem Einräumen ins Winterquartier kräftig zurückgeschnitten werden. Um einen formschönen Wuchs zu erhalten, kann die Bougainvillea auch zwischen März und Juli zwei bis drei Mal gestutzt werden, wenn die Triebe etwa fünf Zentimeter Länge erreicht haben. Dabei werden nur die Triebspitzen entfernt.

Bougainvilleen lassen sich durch Kopfstecklinge vermehren. Doch das ist für den Laien ein schwieriges Unterfangen, da die Stecklinge für die Wurzelbildung eine Bodentemperatur von 25 bis 30 Grad Celsius und eine hohe Luftfeuchtigkeit haben müssen.

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