Immobilien : Ein Schopf aus grünen Wedeln

Mit echten Palmen verbindet die Palmfarngewächse nur das Erscheinungsbild

Tassilo Wengel

Lange Zeit bevor die ersten Blütenpflanzen die Erde besiedelten, gab es Palmfarne. Ihre Geschichte reicht etwa 200 Millionen Jahre bis in das Erdmittelalter (Mesozoikum) zurück, als sie zusammen mit riesigen Farnpflanzen und anderen, heute nur noch als Fossilien bekannten Pflanzenarten auf unserem Planeten wuchsen. Einige Arten haben sich bis heute erhalten und sind unter der Sammelbezeichnung Palmfarne als recht dauerhafte Zimmerpflanzen bekannt. Mit den echten Palmen verbindet sie allerdings nur das Erscheinungsbild: der dicke Stamm und ein großer Schopf dunkelgrüner Wedel.

Aus Japan stammt Cycas revoluta, die eine eigene Familie, die Palmfarngewächse (Cycadaceae), bildet. Man nennt die Pflanze auch Sagopalme, weil aus ihrem walzenförmigen Stamm das Sago-Mehl gewonnen wird. Wegen ihrer attraktiven Erscheinung schätzte man sie bereits vor mehr als einhundert Jahren als Kübelpflanze für Wintergärten. Und in wertvollen Grabgebinden durften die steifen, dunkelgrünen Wedel nicht fehlen.

Cycas revoluta wird vor allem in warmen Gebieten in großer Anzahl herangezogen und als mehrjährige Jungpflanze bei uns in den Handel gebracht. Sie wächst sehr langsam, und der dicke Stamm erreicht erst im Alter eine Höhe von etwa zwei Metern. Die Wedel sind im Jugendstadium etwa fünfzig Zentimeter lang und können im Alter das Vierfache erreichen.

Botanisch eng mit Cycas verwandt sind Palmfarne anderer Gattungen, die in der Familie der Zamiaceae zusammengefasst sind. Dazu gehören neben der namensgebenden Gattung Zamia auch seltenere wie Ceratozamia, Dioon, Encephalartos, Lepidozamia oder Macrozamia. Nur in Ausnahmefällen werden sie als Topfpflanzen angeboten.

Zum regelmäßigen Angebot gehört neben Cycas revoluta auch die aus Mexiko stammende Zamia furfuracea. Sie ist eine der am häufigsten kultivierten Palmfarnarten. Auf einem kurzen Stamm sitzt ein Schopf aus gefiederten Blättern, die an den Spitzen abgerundet sind. Gelegentlich wächst der Stamm unterirdisch weiter, und die Blätter entfalten sich wie bei manchen Farnen aus der Erde.

Nicht mit den Palmfarnen verwandt, aber wegen ihres Äußeren oft mit ihnen verwechselt wird Zamioculcas zamiifolia, ein Aronstabgewächs (Araceae). Diese immergrüne Staude mit dunkelgrünen, glänzenden, kräftigen Fiederblättern gehört zum Standardsortiment von Gartencentern und ist wie die Palmfarne ausgesprochen pflegeleicht.

Was die Kultur von Palmfarnen betrifft, so benötigen alle einen sehr hellen, aber vor direkter Mittagssonne geschützten Platz im warmen Zimmer. Während der Sommermonate können sie bis September auch im Freien stehen und den Balkon oder die Terrasse schmücken. In jedem Fall ist ein Standort zu wählen, an dem sie vor der heißen Mittagssonne, aber auch vor Regen geschützt sind. Im Winter stehen sie am besten in einem luftigen Raum, in dem die Temperaturen auch nachts 15 Grad Celsius nicht unterschreiten. Besonders günstig wirkt sich die ganzjährige Kultur in einem Wintergarten auf die Entwicklung der Pflanzen aus.

Wassergaben sind nur dann nötig, wenn das Substrat weitgehend trocken ist, denn Palmfarne sind zu jeder Jahreszeit sehr empfindlich gegen Staunässe. Stehen die Pflanzen während der Wintermonate kühl, wird noch sparsamer gegossen. Dünger verabreicht man nur vom Frühjahr bis zum Herbst. Da die Palmfarne sehr salzempfindlich sind, verwendet man einen organischen Dünger wie zum Beispiel Guano flüssig. Empfehlenswert ist es, den Dünger jeweils in halber Konzentration zu verabreichen, dafür aber zwei Mal wöchentlich.

Das Verpflanzen erfolgt selten, denn Palmfarne stehen besser in kleinen Töpfen oder Kübeln. Frühestens nach drei bis fünf Jahren ist der Zeitpunkt zum Umpflanzen gekommen. Man verwendet durchlässige Mischungen wie zum Beispiel Einheitserde, die aus 60 bis 70 Prozent Weißtorf und 30 bis 40 Prozent Ton oder Lehm besteht und einen pH-Wert von knapp sechs hat. Im Fachhandel ist dieses Substrat auch unter der Bezeichnung „frux“ erhältlich. Geeignet ist auch Palmenerde oder Bonsaierde. Alle diese genannten Substrate sollten mit etwa einem Viertel Sand gemischt werden, um die Wasserdurchlässigkeit zu erhöhen.

Palmfarne sind anfällig gegen Spinnmilben, besonders dann, wenn für die Überwinterung nur ein warmer Raum zur Verfügung steht. Erkennbar ist der Befall mit Spinnmilben an gelben Punkten oder Sprenkelungen auf den Blättern sowie feinen Gespinsten an der Blattunterseite.

Wer Palmfarne selbst heranziehen möchte, benötigt Geduld. Man verwendet möglichst frischen Samen und sät ihn einzeln in kleine Töpfe mit einem durchlässigem Substrat, das reichlich mit Sand gemischt wurde. Bei einer Bodentemperatur um 30 Grad Celsius hält man die Anzucht gleichmäßig feucht.

Haben die Samen gekeimt – das dauert in der Regel mehrere Monate – kann die Temperatur auf 25 Grad Celsius gesenkt werden. Wenn der Topfballen gut durchwurzelt ist, werden die Sämlinge verpflanzt. Nach der Blattbildung werden die Jungpflanzen wie oben beschrieben, kultiviert.

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