Immobilien : Ein Teppich aus silberschimmerndem Laub

Mit Artemisia-Arten lassen sich in Gemeinschaft mit farbenfrohen Blütenpflanzen aparte Akzente setzen

Tassilo Wengel

Grüne Blätter in allen Schattierungen sind dominierend im Pflanzenreich, gelbes oder rotes Laub kommt schon seltener vor und Pflanzen mit Blättern, die silbern schimmern, gehören noch zur Minderheit. Dabei sind sie nicht einmal Raritäten. Besonders reich ist die Auswahl bei der Pflanzengattung Artemisia, die mit etwa 400 Arten in Steppen und Halbwüsten, aber auch Hochgebirgsregionen der nördlichen Halbkugel zu Hause ist. Neben bekannten Heil- und Gewürzpflanzen wie Wermut und Beifuß gehören auch zahlreiche schöne Zierpflanzen zu dieser Gattung, die mit ihrem feinen silbrigen Laub und dem aromatischen Duft wertvolle Gartenpflanzen sind.

Die interessante Farbgebung wird vor allem durch feine Haare hervorgerufen, die das Blatt dicht bedecken, so dass ein silbriger Glanz entsteht. Diese Behaarung schützt vor zu starker Verdunstung durch intensive Sonneneinstrahlung, aber auch vor Kälte. Eine weitere Schutzfunktion haben Schuppen auf den Blättern oder ein mehliger Belag, der als silberfarbend, silberblau oder auch silberweiß wahrgenommen wird. Den Bedingungen am natürlichen Standort entsprechend gedeihen alle silberlaubigen Pflanzen am besten an sonnigen Gartenplätzen. Sie benötigen einen trockenen und nährstoffarmen Boden, der gut wasserdurchlässig sein soll, da die meisten Arten sehr empfindlich gegen Nässe sind.

Artemisien lassen sich im Garten vielseitig verwenden und bieten mit ihrem edlen Farbton in Gemeinschaft mit anderen Stauden aparte Akzente. Ob als Bodendecker, Polsterpflanze oder hoch wachsende Staude – die verschiedenen Arten mit ihren Sorten sind ideale Begleiter für zahlreiche Blütenstauden. Mit Teppich bildenden Arten lässt sich in recht kurzer Zeit eine fast geschlossene Bodendecke erzielen. Außerdem bietet sich die Möglichkeit einer farblich interessanten Gestaltung, indem man in silbergraue oder silberweiße Teppiche Pflanzen mit farbenfrohen Blüten setzt.

Eine dichte Fläche aus seidig-silbrig behaarten Blättern bildet die Glänzende Edelraute (Artemisia nitida). Sie ist nur zehn bis 15 Zentimeter hoch. Hübsche Begleiter sind rosafarbene oder dunkelrote Polster der Grasnelken, die ihre Blüten von Mai bis Oktober öffnen. Auch der Niederliegende Ehrenpreis ist ein idealer Partner. Vor allem Farbsorten wie ,Blauspiegel‘ (dunkelblau), ,Loddon Blue,‘ (leuchtend blau) oder ,Silver Queen‘ (silbrigblau) sind empfehlenswert. Sie blühen von Mai bis Juni.

Von den Küsten in Japan und Korea kommt der Gabelblatt-Silberwermut (Artemisia stelleriana), der dort auf sehr sandigen Böden wächst. Diese dicht weißfilzig behaarte Staude bildet nieder liegende bis aufsteigende, am Grunde verholzte Äste mit fast handförmig geteilten Blättern und unscheinbaren Blüten. Besonders wirkungsvoll als Begleitpflanzen sind gelb blühende Staudenarten, beispielsweise die Schafgarbe.

Niedrige, flache Teppiche von maximal 20 Zentimetern Höhe bildet die Alpensilberraute (Artemisia umbelliformis), die in den Alpen und im Apennin Gesteinsschutt mit ihren Trieben überzieht. Die aromatisch duftenden Blätter sind fein geteilt, seidig behaart und silbrig-glänzend. Im Juli und August blüht sie mit gelblichen Blüten in lockerer Traube. In diese Gesellschaft lässt sich sehr wirkungsvoll die Pfingstnelke einfügen. Auch Polster bildende Arten der Artemisia eignen sich als Bodendecker, allerdings schließen sie die Flächen nicht so schnell und gleichmäßig.

Schöne dichte Polster aus zweifach handförmigen, silbrigweißen Blättern bildet die Japanische Zwergsilberraute (Artemisia schmidtiana), deren zahlreiche weiße Blütenköpfchen von Juni bis Juli in pyramidalen Rispen über dem Laub stehen. In Kultur ist vorwiegend die Sorte ,Nana‘, weil sie klein und im Wuchs kompakter ist. Schöne Begleitpflanzen sind die Dalmatinische Glockenblumen mit violetten Blüten im Juni und Juli sowie Dalmatinischer Storchschnabel mit kräftig rosafarbenen Blüten im April und Mai.

Hoch wachsende Artemisia-Arten lassen sich gut als Solitärstauden verwenden. Günstig ist hier eine Kombination mit Bodendeckern, wobei man sich nicht nur auf silberlaubige Arten beschränken sollte.

Eine dekorative aufrecht wachsende Art ist der Armenische Wermut (Artemisia armeniaca). Seine Wirkung beruht auf den silbergrauen, fein gefiederten Blättern an etwa einen Meter hohen Stängeln. Auf sehr mageren Böden bleibt die Pflanze wesentlich kleiner. Sie breitet sich durch Rhizome aus und bildet in kurzer Zeit ansehnliche Tuffs. Etwas niedriger bleibt mit etwa 70 Zentimeter Höhe der Stauden-Wermut (Artemisia ludoviciana). Er bildet viele, aber nicht sehr dicht wachsenden Triebe mit weißfilzigen Blättern und breitet sich durch Ausläufer aus.

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