Immobilien : Ein Zapfen aus Südamerika

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DER ROTE PUNKT

Jede Woche gibt der Botanische Garten eine Liste mit besonders sehenswerten Pflanzen heraus, die durch ihre Blüten oder auch Früchte beeindrucken. Sie sind auf dem Gelände oder in den Gewächshäusern mit einem roten Punkt gekennzeichnet. Aus Platzgründen können wir nur jeweils ein Gewächs vorstellen. Der Garten ist täglich von 9 Uhr an geöffnet, die Gewächshäuser am Wochenende ab 10 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.bgbm.org .

Gewächshäuser. Wirtschaftlich haben es die Bromeliengewächse weit gebracht: Die Früchte ihres bekanntesten Familienmitglieds, der Ananas, werden auf der ganzen Welt geschätzt. Allerdings ist diese auch die einzige Nutzpflanze der Familie der Bromeliaceae. Ihre Verwandten, etwa die Zapfentragende Guzmanie (Guzmania conifera), die in dieser Woche den Roten Punkt des Botanischen Gartens trägt, können mit solchen Erfolgen nicht auftrumpfen. Immerhin jedoch ziehen sie die Aufmerksamkeit der Besucher durch ihre Blütenpracht auf sich.

Die Artbezeichnung der Guzmania conifera bezieht sich auf den kompakten, zapfenförmigen und oberflächlich einem Koniferenzapfen ähnelnden Blütenstand. Das Exemplar im Botanischen Garten bringt es auf stattliche 20 Zentimeter. Die Blüten stehen einzeln in den Achseln der leuchtend roten, an der Spitze gelben Deckblätter und sind sechs bis sieben Zentimeter lang. Sie werden in der Natur von Kolibris bestäubt. Im Gewächshaus blühen sie im Herbst.

Bromeliengewächse stammen aus dem tropischen Amerika, schwerpunktmäßig aus dem nordwestlichen Teil Südamerikas. Dort wachsen sie meist epiphytisch, teils terrestrisch in tropischen Regenwäldern vom Tiefland bis zu einer Höhe von 4000 Meter über dem Meer. Spezielle Anpassungen erlauben ihnen auch die Besiedlung unterschiedlichster Lebensräume. Bromelien sind im tropischen Regenwald, in Nebelwäldern, in den Kiefern- und Eichenwäldern Mexikos, in Savannen, Halbwüsten, auf den Hochgebirgsfluren der Anden und sogar in den fast pflanzenleeren Küstenwüsten Perus zu finden. Die Familie der Bromelien umfasst circa 50 Gattungen mit mehr als 2600 Arten, von denen viele erst jüngst entdeckt und beschrieben wurden.

In freier Natur wird die Guzmania mitunter bis zu einem Meter hoch. Im Botanischen Garten bringt sie es immerhin auf 60 Zentimeter. Die Guzmania conifera gehört ökologisch zur Gruppe der Trichterbromelien. Diese besitzen einen äußeren Wasserspeicher. Das Wasser steht in den Blattachseln und ist im Gewächshaus beim Blick in die Trichterrosette gut sichtbar. Diese wiederum wird aus den Blättern gebildet und bis zu 80 Zentimeter lang.

Für ihre Pflege hierzulande sind Warmhausbedingungen nötig. Wegen ihrer Größe und Temperaturansprüche ist sie in der Regel nur für Gewächshäuser geeignet. Aber auch an Blumenfenstern und in Wintergärten kann sie gedeihen, wenn sie viel Wärme, Schatten und eine hohe Luftfeuchtigkeit bekommt. Guzmanien, die zu den schönsten aller Bromelien gehören, belohnen dann durch ihre lang haltbaren Blütenstände.

Die im Handel als Zimmerpflanzen angebotenen Sorten und Hybriden von Guzmania-, Vriesea- und Aechmea-Arten sind schöne Zierpflanzen. Die optische Wirkung ihrer Blütenstände entsteht oft nicht durch die Blüten selbst, sondern durch die lebhaft gefärbten Hochblätter.

Besser bekannt sind hierzulande jedoch einige verwandte Arten der Guzmania conifera, da sie für die Zimmerkultur besser geeignet sind. Die Guzmania lingulata zum Beispiel ist viel kleiner, hat einen auffälligen roten Hochblattschopf und ist auch ohne Blüten sehr dekorativ. Darüber hinaus gibt es im Zierpflanzenhandel viele Hybriden, die als Massenware in Gärtnereien millionenfach gezogen werden. rok

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