Immobilien : Eine Blüte folgt der nächsten

Die Strauchveronika bringt bis in den Winter hinein Farbe in den Garten

Tassilo Wengel

Vor allem im Herbst bietet der Handel blühende Exemplare der Strauchveronika (Hebe) an. Die zur Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) gehörende Gattung umfasst mehrere hundert Arten. Die meisten davon sind in Neuseeland beheimatet, einige von ihnen sind frosthart. Diese kleinen bis mittelgroßen Sträucher eignen sich für sonnige bis halbschattige Standorte im Garten. Die als Topf- oder Kübelpflanzen angebotenen Exemplare sind fast ausschließlich Züchtungen. Allen gemeinsam sind die immergrünen ledrig glänzenden Blätter, die bei einigen Arten ähnlich den Nadelgehölzen dachziegelartig übereinander stehen. Die Blüten erscheinen je nach Art als achselständige Trauben oder Ähren bis in den Spätherbst hinein.

Bei den als Topfpflanzen angebotenen nicht winterharten Strauchveronica-Exemplaren handelt es sich fast ausschließlich um Hebe-Andersonii-Hybriden. Sie entstanden aus H. salicifolia und H. speciosa. Die Blätter sind elliptisch, sieben bis elf Zentimeter lang und etwa drei Zentimeter breit, dunkelgrün glänzend und bei manchen Sorten grün-gelb panaschiert. Sehr attraktiv sind die weißen, violetten oder roten Blütenähren, die zehn bis vierzehn Zentimeter lang werden und waagerecht oder aufrecht stehen. Zwar halten die Einzelblüten nicht allzu lange, doch es folgen immer wieder neue, so dass der Flor bis in den Winter anhalten kann.

Gelegentlich wird auch Hebe speciosa angeboten. In ihrer neuseeländischen Heimat erreicht die Art im Freiland eine Wuchshöhe von bis zu zwei Metern. Als Topfpflanze bleibt sie wesentlich niedriger. Die Blätter sind bis zu zehn Zentimeter lang und vier Zentimeter breit. Besonders prächtig sind die dunkelroten bis magenta-violetten Blüten, die in kopfständigen Trauben von etwa sieben Zentimetern Länge im Sommer und Herbst am Ende der Triebe erscheinen. Eine besonders schöne Sorte dieser Art ist Purple Tips, deren Blätter panaschiert sind. Der Rand ist elfenbeinweiß und die Spitzen der Triebe sind purpurviolett getönt. Das Sortiment reicht von klein bleibenden Zwergen von 20 Zentimetern Höhe bis zu prachtvollen Kübelpflanzen.

Damit sich die Pflanzen wohl fühlen, benötigen sie viel Licht, müssen allerdings vor praller Sonne geschützt werden. Die Temperaturen sollten in den Wintermonaten zwischen fünf und zehn Grad Celsius liegen. Die Pflanze ist stets mäßig feucht zu halten, denn Ballentrockenheit führt zu Verbräunungen und Abwerfen der Blätter. Umgepflanzt wird sie alle ein bis zwei Jahre im Frühjahr in ein humoses Substrat wie Einheitserde, Kübelpflanzenerde oder Rindenkultursubstrat mit einem pH-Wert von 5 bis 6. Obwohl allgemein kein Rückschnitt notwendig ist, lassen sich zu große oder sparrig gewachsene Pflanzen im Frühjahr problemlos zurückschneiden. Dadurch erhält man reich verzweigte, kompakte Exemplare. Vom Frühjahr bis in den tiefen Herbst hinein können die Pflanzen im Freien stehen, denn sie vertragen auch leichte Fröste. Während dieser Zeit gießt man reichlich und verabreicht wöchentlich eine Gabe Volldünger.

Winterharte Hebe-Arten für den Garten bieten vor allem Baumschulen, aber auch Gartencenter an. Bei ihnen handelt es sich um immergrüne Zwergsträucher. Zu den ausgesprochen frostharten Arten gehört die Buchsbaumblättrige Hebe (Hebe buxifolia), die auf der Nord- und Südinsel von Neuseeland in Höhen von über 1200 Metern vorkommt. Sie wächst zu einem buschigen, fast rundlichen Zwergstrauch von bis zu einem Meter Höhe. Die kurzen, eiförmigen Blätter sind in dichten Reihen dachziegelartig an den Zweigen angeordnet und dunkelgrün. An den Enden der Zweige sowie in den Blattachseln sitzen kleine Blütentrauben, die sich im Juni und Juli öffnen.

Auffälliger blüht Hebe pinguifolia, die auf der Südinsel Neuseelands wächst und bis in die alpinen Lagen aufsteigt. Sie wird etwa einen Meter hoch und hat eiförmige bis elliptische Blätter, die blaugrün bereift sind. Im Mai schmückt sie sich mit weißen Blüten, die dicht gedrängt in Trauben mit einem Durchmesser von etwa zweieinhalb Zentimetern zusammenstehen. Man verwendet sie gern einzeln stehend am Weg, im Vorgarten oder auch in Heidegärten.

Alle genannten Heben sind Wärme liebend und vertragen Hitze. Sie wünschen daher vorwiegend einen Platz an der Sonne. Nur Hebe buxifolia kommt auch mit einem halbschattigen Standort zurecht. Der Boden sollte für alle Arten durchlässig, mäßig trocken und sandig-humos sein. Günstig ist ein saurer bis neutraler pH-Wert, auf keinen Fall mögen sie kalkhaltigen Boden. Heben stellen an den Nährstoffgehalt geringe Ansprüche und wachsen in nährstoffarmen Substraten ebenso gut wie in nährstoffreichen Böden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar