Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten Der Löffelbaum aus Südafrika

Brigitte Zimmer

Große, löffelartige Nebenblätter (Stipeln) kennzeichnen die Kap-Cunonie (Cunonia capensis). Und dieser Besonderheit verdankt die Pflanze auch ihren volkstümlichen Namen Löffelbaum. Die Nebenblätter, die später abgeworfen werden, sind paarweise verwachsen und umhüllen schützend die empfindlichen Vegetationspunkte an den Zweigspitzen und Seitentrieben. Im Südafrikahaus steht ein baumförmiges Exemplar, überdies eine Kübelpflanze direkt oberhalb der Treppe. An beiden können die extravaganten „Nebenblattlöffel“ zurzeit zahlreich beobachtet werden.

Große paarige Nebenblätter sind nicht nur für diese Art sondern für die gesamte Gattung Cunonia charakteristisch. Diese gehört zur Familie der Cunoniaceen, die circa 26 Gattungen mit etwa 300 Arten immergrüner Bäume oder Sträucher umfasst. Will man sie an ihren natürlichen Standorten sehen, so muss man weite Reisen unternehmen, denn sie wachsen hauptsächlich auf der Südhalbkugel, vornehmlich im Pazifischen Ozean und in Neukaledonien. Die Gattung wurde nach Johannes Christian Cuno (1708-1783) benannt, einem gebürtigen Berliner, der lange in Amsterdam lebte.

Die Kap-Cunonie ist die einzige afrikanische Vertreterin ihrer Gattung. Sie kommt wild von der westlichen Kapregion ostwärts bis nach Mozambique vor. Dort wächst sie in Wäldern und an feuchten Stellen und kann bis zu zehn Metern hoch werden. Sie gehört zu den raschwüchsigen Waldbäumen Südafrikas.

Die 20 bis 40 Zentimeter langen, gefiederten Blätter des Löffelbaums stehen einander paarweise gegenüber und tragen zwei bis drei dunkelgrüne, an den Rändern scharf gesägte Fiederpaare. Die zahlreichen weißen bis cremefarbenen, sternförmigen Blüten erscheinen in ihrer afrikanischen Heimat von Februar bis Mai, also wie auch bei uns bis in den Winter hinein. Sie verbreiten einen zarten Duft. Die flaschenbürstenähnlichen, dichten, aufrechten Blütenstände stehen paarig einander gegenüber. Während die Kübelpflanze noch zahlreiche knospige Blütenstände aufweist, zeigt das baumförmige Exemplar bereits kleine, grüne Früchte, die sich beim Reifen braun färben werden. Die sehr feinen, klebrigen Samen werden durch Vögel sowie durch den Wind verbreitet.

Cunonia capensis ist nur bedingt frosthart und kann nur kurze Zeit nahe null Grad Celsius überleben. Sie sollte in einem nicht zu warmen Gewächshaus oder Wintergarten stehen.

Weiteres im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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