Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten Die Blüten folgen der Sonne

-

Wie kleine Sonnenblumen leuchten im „System der krautigen Pflanzen“ die gelben Blüten von Silphium laciniatum. In diesem Bereich des Botanischen Gartens, hinter dem Arzneipflanzengarten, sind die Gewächse nach Verwandtschaftsverhältnissen geordnet.

Die Kompasspflanze, wie die deutsche Bezeichnung lautet, gehört zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae). Zur Gattung Silphium gehören circa zwölf Arten, die in Nordamerika heimisch sind. Silphium laciniatum ist eine typische und vom Vieh gern gefressene Pflanze der Prairie. Von dem Menschen wurde sie als Heilpflanze eingesetzt. Das gummiähnliche, angenehm riechende, aber bittere und stimulierende Harz der Stängel diente Indianern als „Kaugummi“.

Wer die Kompasspflanze genau betrachtet, findet die Erklärung für den deutschen Namen. Denn die Achse der unteren, sehr großen Blätter weist gewöhnlich von Norden nach Süden, um einer Überhitzung durch zu starke Sonneneinstrahlung zu entgehen. Die eine Seite des Laubs zeigt in östliche, die andere in westliche Richtung. Sie sind bis zur Mittelrippe eingebuchtet, im Umriss eiförmig, rau wie Sandpapier und erscheinen bevor der Stängel zur Bildung der Blütenstände austreibt. Die Stängel sind rund, behaart und nur unten wechselständig beblättert und harzig. Von Juli bis September erscheinen die Blütenköpfchen, die sowohl in der Mittel als auch am Rand gelb sind. Sie sind stets zur Sonne ausgerichtet (Heliotropismus), was in erster Linie dem Anlocken von Insekten dient. Diese Besonderheit ist auch von einigen anderen Pflanzenarten bekannt.

Das mehrjährige Kraut, das eine Höhe bis zu vier Metern erreichen kann, hat dicke Pfahlwurzeln, die sehr tief in die Erde wachsen. Die Art gedeiht auf mittelschweren Böden, verträgt längere Trockenzeiten und volle Sonne. W. H.

Mehr dazu im Internet:

www.bgbm.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben