Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Die Olympische Akelei

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Wer in kurzer Zeit und ohne Mühen Pflanzenformationen der gemäßigten Nordhalbkugel kennen lernen möchte, sollte die Pflanzengeografische Abteilung im Botanischen Garten erkunden und ein wenig im vorderasiatischen Bereich verweilen.

Was dort so intensiv blauviolett blüht, ist die recht seltene Olympische Akelei (Aquilegia olympica). Die Wildart, die in der Umgebung des Peloponnes und im Kaukasus ihr natürliches Verbreitungsgebiet hat, gehört zu den 20 sehenswerten Pflanzen, die vom Botanischen Garten für diese Woche mit einem roten Punkt gekennzeichnet sind.

Wer die Pflanze näher betrachtet, sieht fünf so genannte Sporne an den nickenden Blüten. Es sind wie beim verwandten Eisenhut, gelb blühenden Hahnenfuß oder Rittersporn rückwärts über den Blütenboden hinausragende, schlauchförmige Hohlanhängsel eines Honigblatts. Die Honigblätter, die beispielsweise auch der Winterling oder die Nieswurz hat, sind kronblattartige, unfruchtbare Staubblätter, die Nektar erzeugen, um Bestäuber anzulocken. Im Falle der Akelei sind es Hummeln und Bienen, die ihren Kopf tief in die Kammern der einzelnen Honigblätter stecken müssen, um an den verborgenen Nektar zu gelangen. Dabei werden sie an der Stirn mit Pollen beladen, den sie bei der nächsten Blüte wieder abgeben.

Die rund 120 Akeleiarten gehören zur Familie der Hahnfußgewächse (Ranunculaceae). Wildarten der Staude findet man in Wäldern bis zur Baumgrenze auf der gesamten nördlichen Halbkugel. Die Herkunft des Gattungsnamens Aquilegia ist nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich leitet er sich von dem lateinischen aquila für Adler ab und bezieht sich auf die Ähnlichkeit der Blütensporne mit Adlerkrallen. Möglicherweise stand aber auch das lateinische aquilegium für Wasserbehälter bei der Namensgebung Pate, weil die Kelchblätter der Pflanze eine ähnliche Form aufweisen.

Aus den zahlreichen Wildstaudenarten der Akelei wurde eine nahezu unüberschaubare Fülle von Gartenstauden gezüchtet mit Wuchshöhen von wenigen Zentimetern bis über einen Meter. Trifft man eine geeignete Auswahl, so folgt fast lückenlos die Blüte einer Sorte auf die andere, und man kann sich vom frühen Mai bis Ende Juli an diesen Stauden erfreuen.

Ebenso breit wie das Spektrum der Blütezeiten ist das der Farben. Es gibt weiße, blaue, gelbe, rote und violette Blüten sowie Kombinationen zweier oder mehrerer Farben in einer Blüte. Die Akelei ist nicht nur im Garten eine Augenweide, sondern auch als Schnittblume eine Zierde in der Vase. W. H.

Mehr dazu im Internet:

www.bgbm.de

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