Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Die Spornblume

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Geröllhalden und Felsritzen bieten kärgliche Lebensräume. Sich hier dauerhaft zu behaupten, gelingt nur wenigen Pflanzen. Zu den Spezialisten die es geschafft haben, gehört die Schmalblättrige Spornblume (Centranthus angustifolius). Doch keine Angst, niemand muss im Geröll nach Halt suchen, oder Felswände erklimmen, um diese mehrjährige Pflanze zu sehen, denn sie blüht gerade auf einem flachen Beet im „System der krautigen Pflanzen“ und gehört zu den Gewächsen, die der Botanische Garten für diese Woche mit einem roten Punkt ausgezeichnet hat.

Charakteristisch für die Art sind die sehr schmal lanzettlichen, blaugrünen, gegenständigen Blätter und die rosaroten Stieltellerblüten in dichten, trugdoldig gewölbten Blütenständen. Bei den Einzelblüten muss man genau hinschauen, um die Sporne zu sehen, nach denen die Gattung (Centranthus) benannt wurde (griechisch kentron = Sporn und anthos = Blume). Die kleinen Blüten sind schwach asymmetrisch. Sie besitzen fünf beinahe gleiche abstehende Kronlappen an der Spitze einer langen, engen, schlank gebogenen Kronröhre, die sich nach unten in den Sporn verlängert.

Die Blüte wird zunächst vom einzigen Staubblatt überragt. Erst wenn die Blüte welkt und eine Selbstbestäubung nicht mehr möglich ist, streckt sich der Griffel vor. Er verläuft im engeren Teil der durch eine Scheidewand längs geteilten Kronröhre. Der weitere Teil der Kronröhre geht in den Sporn über und ist mit nach unten gerichteten Haaren ausgekleidet. Diese leiten von Farbe und Duft angelockte Insekten zum Nektar im Sporn. Als Bestäuber kommen ausschließlich langrüsselige Insekten (zum Beispiel Tagfalter oder Bienen) in Frage.

Die Kelchblätter sind zur Blütezeit zu einem wulstartigen Gebilde eingerollt. Dieses entfaltet sich bei der Fruchtreife zu einer Federkrone aus zehn bis 25 fedrig behaarten Borsten (Pappus). Sie sorgen für die Windverbreitung der kleinen Schirmchenfrüchte.

Die Spornblumen gehören zu den Baldriangewächsen (Valerianaceae). Die Gattung umfasst etwa zwölf bis 14 vorwiegend mediterrane Arten. Die Schmalblättrige Spornblume ist in Süd- und Ost-Frankreich, im Nordwesten der Schweiz, in Nord- und Mittel-Italien zu finden.

Als Zierpflanze auf Staudenrabatten und in Steingärten wird überwiegend eine ähnliche Art gezogen, die gern von Bienen und anderen Insekten besuchte Rote Spornblume (Centranthus ruber) angepflanzt. Sie benötigt einen sonnigen Standort und kalkhaltigen Boden. Verblühtes sollte regelmäßig ausgeputzt werden. Es empfiehlt sich, die Pflanzen alle drei bis vier Jahre zu ersetzen. Sie können im Frühjahr aus Samen angezogen werden. Brigitte Zimmer

Mehr dazu im Internet:

www.bgbm. de

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