Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Das urige Meerträubel

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Eine urige Pflanzengattung, die schon seit Jahrtausenden auf unserem Planeten wächst, ist Ephedra mit ihren etwa 60 Arten. Zu finden sind die Meerträubelgewächse, wie sie im Deutschen genannt werden, mit Ausnahme von Australien auf allen Kontinenten in trockenen Regionen. Sie gedeihen auf sehr stark kalkhaltigen Böden in Höhen bis zu 5000 Metern. Im asiatischen Teil der Pflanzengeografischen Abteilung blüht derzeit eine Art, nämlich Ephedra gerardiana var. sikkimensis, die vom Botanischen Garten mit einem roten Punkt gekennzeichnet wurde, der darauf hinweist, dass dieses krautige Gehölz bemerkenswerte Eigenschaften besitzt.

Der niedrige, besenartig verzweigte Strauch, der bis zu einem Meter hoch wird und im Durchmesser bis zu drei Metern erreichen kann, hat dünne, immergrüne Äste, die an Schachtelhalme erinnern und unscheinbare schuppenförmige Blättchen.

Doch nicht das Aussehen macht den Strauch interessant, sondern seine Nutzung. Denn Ephedra gerardiana gehört zu den Gewächsen, die als Arzneipflanzen kultiviert werden und Wirkstoffe besitzen, die wohl dosiert und kontrolliert im medizinischen Bereich eingesetzt werden. Bei Ephedra finden die frischen Wurzeln und Stängel Verwendung. Sie enthalten hauptsächlich den Wirkstoff Ephedrin, ein Alkaloidsalz, das Ähnlichkeit mit dem körpereigenen Hormon Adrenalin hat und chemisch nah verwandt mit der Gruppe der Amphetamine ist. Bundesdeutsche Behörden warnen vor der Anwendung von Nichtarzneimitteln mit diesem Wirkstoff, wie beispielsweise Appetitzügler oder Produkte, die zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit angeboten werden. Abgesehen von den starken, teilweise verheerenden Nebenwirkungen, die auftreten können, lässt die Wirkung solcher Präparate nach wenigen Tagen nach, so dass die regelmäßige Einnahme und die damit verbundene Steigerung der Dosis in die Abhängigkeit führen kann. In Australien hat Ephedrin die gleiche Dorgeneinstufung wie Heroin bekommen und beim IOC sowie beim Deutschen Sportbund gelten alle ephedrinhaltige Präparate als Dopingmittel.

Übrigens: Die Frage, woher die deutsche Bezeichnung Meerträubel stammt, konnten auch die Fachleute nicht beantworten. W. H.

Mehr dazu im Internet:

www.bgbm.de

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