Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Die Artischocke

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Wer die großen ArtischockenKnospen bislang nur vom Gemüsehändler kennt und wissen möchte, wie die Pflanze aussieht, die die bis zu 500 Gramm schweren „Köpfe“ bildet, kann die gesamte Staude in ihrer blühenden Pracht zurzeit im Arzneigarten betrachten. Denn bereits seit der Antike gilt die Artischocke als Heilpflanze. Aus den Inhaltsstoffen der Blätter wird nicht nur ein Magenbitter hergestellt, sondern auch Arznei. Sie regt die Produktion der Gallensäure an, fördert die Fettverdauung und hilft, Cholesterin zu senken. Die Artischocke ist die Arzneipflanze des Jahres 2003.

Die Blätter von Cynara scolymus, wie der wissenschaftliche Name der ausdauernden krautigen Pflanze lautet, sind grundständig, bilden eine Rosette und können bis zu 70 Zentimeter lang werden. Sie haben eine grüne, spärlich behaarte Oberseite. Die Unterseite ist stark behaart und weiß. Sie sitzen ohne Stiel am Stängel. Bis zu zwei Meter hoch kann die mit der Distel verwandte Artischocke werden. Am Ende der Stängel befinden sich die großen Blütenstände. Sie werden noch vor dem Aufblühen geerntet, denn die fleischigen Böden sind essbar.

Innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae oder Compositae), zu der die Gattung Cynara gehört, gibt es Unterfamilien. Die Artischocke wird zu den röhrenblütigen Exemplaren gezählt. Denn die bis zu 15 Zentimeter großen Blütenstände bestehen aus vielen kleinen hellvioletten Röhrenblüten, so dass der Eindruck entsteht, es handle sich um eine einzige große Blüte. Besuchen Insekten den Blütenkopf bestäuben sie auf einen Streich eine ganze Reihe von Blüten.

Der Eindruck, dass der Blütenstand aus nur einer Einzelblüte zu bestehen scheint, wird noch durch die aus Blättern gebildete kelchartige Hülle verstärkt und durch die Tatsache, dass die Randblüten vielfach mit Blütenzungen ausgestattet sind. Sie blühen zwar wie bei normalen Blütenständen zuerst auf, bleiben aber dann – im Gegensatz zu diesen – bis zum Abblühen der innersten Blüte erhalten.

Die Artischocke war nachweislich bereits im Jahre 500 vor Christus bei den Ägyptern bekannt, und im christlichen Rom war sie eine Speise der Reichen und Privilegierten. Im 15. Jahrhundert gelangte sie über Frankreich nach England und im 18. Jahrhundert nach Amerika. Die Entstehung der Wildform konnte bislang nicht rekonstruiert werden. Ihre ursprüngliche Heimat wird im östlichen Mittelmeerraum vermutet. Artischocken können überall dort angebaut werden, wo das Klima mild ist. W.H.

Mehr dazu im Internet:

www.bgbm.de

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