Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Ein Siegerkranz aus Ölzweigen

Brigitte Zimmer

Bereits in der Antike ehrte man die Sieger großer Sportwettkämpfe mit Blätterkränzen. In Delphi, der Stadt Apollos, nahm man Lorbeerlaub (Laurus nobilis). In Nemea bestanden die Gebinde aus Sellerie (Apium graveolens), einer wichtigen Pflanze im griechischen Sakralwesen, die man damals unter dem Namen Eppich kannte. In Korinth verwendete man Zweige der Pinie (Pinus halepensis), die in der Umgebung reichlich vorkam. In Olympia flocht man die Siegerkränze aus Ölzweigen (Olea europaea). Auch der Polis Athen und ihrer Schutzherrin Pallas Athene diente der Ölbaum als Wahrzeichen. So ist es nur logisch, dass heute, wo die Olympischen Spiele in Athen stattfinden, wiederum ein Kranz aus Ölzweigen die Sieger krönt.

Der Ölbaum, eine der ältesten Kulturpflanzen im Mittelmeerraum, ist in Griechenland beheimatet. Deshalb haben auch die zwei Exemplare des Botanischen Gartens im Mittelmeerhaus ihren angemessenen Platz gefunden. Ölbäume können bis zu zwölf Meter hoch und mehrere hundert Jahre alt werden. Ihr Stamm ist knorrig und oft gleichsam in sich verdreht. Er treibt immer wieder neue Äste, auch wenn das innere Holz abstirbt und der Stamm hohl und durchbrochen wird. An den dünnen Zweigen der weit ausladenden lichten Kronen sitzen an kurzen Stielen schmal lanzettliche, ungezähnte Blätter, die Weidenblättern ähneln. Sie stehen einander paarweise gegenüber, sind oberseits matt olivgrün und unterseits silbrig-weiß.

Im Winter erscheinen die wenig auffälligen, aber wohl riechenden, ligusterähnlichen, kleinen gelblich-weißen, vierzähligen Blüten in kurzen Trauben. Aus den vier Samenanlagen entwickelt sich immer nur ein Same. Selbstbefruchtung kommt vor, und so haben auch die Berliner Exemplare ab und zu ein paar Früchte hervorgebracht. Die blauschwarzen Steinfrüchte, die Oliven, sehen kleinen Pflaumen ähnlich. Es gibt Sorten mit einem hohem Ölgehalt im Fruchtfleisch, die der Ölgewinnung dienen, und Speise-Oliven mit einem relativ großen Fruchtfleischanteil.

Der Ölbaum ist sonnenhungrig und Kalk liebend. Er ist bei uns nicht winterhart. Im Sommer fühlt er sich an einem geschützten Sonnenplatz im Garten gut aufgehoben. Im Winter braucht er einen hellen aber kühlen Standort. Der größte Feind des Ölbaums ist übermäßige Feuchtigkeit.

Mehr dazu im Internet:

www.bgbm.de

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