Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Die Feuerwerkspflanze

Uwe Nef / Brigitte Zimmer

Eine Kartoffelpflanze liefert Kartoffeln und ein Apfelbaum natürlich Äpfel. Aber was hat das mit der Feuerwerkspflanze auf sich? Kann man sie in den Himmel schießen? Natürlich nicht. Die Feuerwerkspflanze, die im anglo-amerikanischen Sprachraum auch Coral Plant (Korallenpflanze) und Fountain Plant (Springbrunnenpflanze) genannt wird, verdankt ihren Namen der Leuchtkraft ihrer drei Zentimeter kleinen scharlachroten Rachenblüten, die sich im Hochsommer wie ein Feuerwerk in verschwenderischer Fülle präsentieren. Die rutenförmigen, teilweise überhängenden grünen Triebe, sind dünn und fast blattlos. Deshalb erinnert der bis zu 150 Zentimeter hohe Halbstrauch auch an Schachtelhalme (Equisetum), was sich im Artnamen wiederfindet: Russelia equisetiformis. Ihre Triebe sind nicht rund, sondern vier- bis zwölfkantig. Wegen der winzig kleinen, leicht abfallenden Blätter haben sie deren Photosynthesefunktion übernommen. Die nicht winterharte Pflanze stammt ursprünglich aus Mexiko, inzwischen ist sie in den Tropen und Subtropen verbreitet. In ihrer Heimat wird sie von Kolibris bestäubt.

Die Feuerwerkspflanze gehört zur Gattung der Russelien, die nach dem englischen Naturforscher und Arzt Alexander Russel (1715 - 1768) benannt ist. Es gibt etwa 50 Arten der Gattung Russelia. Diese üppig verzweigten Sträucher oder Halbsträucher kommen von Mexiko und Kuba bis nach Kolumbien vor und wachsen vor allem an Waldrändern. Russelia equisetiformis ist die einzige häufig kultivierte Art. Wilhelm Friedrich Baron von Karwinski von Karwin (1780 - 1855) brachte die ersten Exemplare 1833 nach einer botanischen Reise von Mexiko nach Berlin und München. Von dort aus gelangten sie nach England und in die übrigen europäischen Länder.

Die Feuerwerkspflanze gedeiht am prächtigsten an einem halbschattigen bis sonnigen und warmen Standort. Gluthitze verträgt sie jedoch nicht. Wegen ihrer Wuchsform eignet sie sich als dekorative Ampelpflanze. Im Winter fühlt sie sich in einem hellen Raum bei Temperaturen um 15 Grad Celsius wohl und ist einfach zu halten. Sie stellt weder hohe Ansprüche an das Substrat, noch an die Ernährung. Im Botanischen Garten hat die Feuerwerkspflanze auf der Balustrade des Kakteenhauses einen idealen Standort gefunden.

Mehr dazu im Internet:

www.bgbm.de

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