Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Das auffällige Blumenrohr

Uwe Nef / Brigitte Zimmer

Was die Tulpe für den Frühling, ist das Blumenrohr (Canna) für den Sommer und Herbst: In fast allen Parkanlagen und in vielen privaten Gärten leuchten ihre Blüten weithin sichtbar in prächtigen Farben von Gelb, Orange, Lachs, Rot, Rosa bis Dunkelrot. Die Gattung Canna ist die einzige in der Familie der Blumenrohrgewächse (Cannaceae) und mit den Bananen- und Ingwergewächsen verwandt. Ihr Name wurde vom Griechischen (kanna = Schilfrohr) abgeleitet.

Die Abgrenzung der Arten ist sehr verschieden, so dass die Artenzahlen zwischen 20 und 60 schwanken. Ursprünglich stammen alle aus dem subtropischen und tropischen Amerika, haben aber inzwischen weltweit Fuß gefasst. Die Stauden wachsen an feuchten, lichten Stellen in Wäldern, Flussauen und Sümpfen. Die aus Peru stammende, pinkfarbene Canna iridiflora kann in ihrer Heimat sogar bis zu fünf Meter hoch werden, während die gelb blühende amerikanische Canna flaccida nur etwa 90 Zentimeter erreicht. Alle besitzen einen verdickten, unterirdischen, knolligen Wurzelstock (Rhizom).

Die großen, grün bis blau-grünen oder bronzenen Canna-Blätter sind wechselständig angeordnet. Ihre asymmetrischen Blüten sitzen meist zu Zweit in traubigen Blütenständen. Das Auffälligste an ihnen sind ihre lebhaft gefärbten Staubblätter, die meist zu so genannten Staminodien umgewandelt sind. Die Frucht ist eine warzige Kapsel mit vielen kugeligen Samen. Im Botanischen Garten blüht zurzeit die aus Brasilien und Peru stammende Canna lanuginosa (Wolliges Blumenrohr) im System der krautigen Pflanzen.

Das Blumenrohr wurde im 16. Jahrhundert überwiegend wegen seiner ornamentalen Blätter nach Europa eingeführt. Sie sollten den Gärten des Adels ein tropisches Flair verleihen. Die Blüten waren in der Regel kleiner, ragten kaum über die Blätter hinaus und waren daher weniger attraktiv. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts begann die hohe Zeit der Canna. Vor allem in Deutschland und Frankreich entstanden zahlreiche neue Sorten. Sie zeichneten sich durch eine erhöhte Lebensfähigkeit, unterschiedliche Wuchshöhen, größere und farbenprächtigere Blüten, verschiedene Blattfärbungen sowie längere Blütenstände aus. Zwischen 1848 bis 1892 gab es über 1000 Sorten. Heute sind noch etwa 60 im Handel.

Die meisten Canna-Arten sind bei uns nicht frostresistent. Da sie aber im Herbst noch im Wachstum begriffen sind, sollten erst nach dem ersten Frost die braun gewordenen oder angefrorenen Triebe zurückgeschnitten und ihre Rhizome ausgegraben werden. Sie müssen trocken und dunkel in Torf oder Blattmulch lagern. Ab Mitte März können die Pflanzen in nährstoffreicher Erde bei Temperaturen um 15 Grad Celsius vorkultiviert werden. Im Mai pflanzt man sie an einem vollsonnigen, tiefgründigen Standort im Garten aus.

Mehr dazu im Internet:

www.bgbm.de

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