Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Chinesische Schönheit

Brigitte Zimmer

Er ist etwas Besonderes, der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch (Heptacodium miconioides), der zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) gehört. Entdeckt wurde dieses wertvolle Gehölz 1877 im ostchinesischen Zhejang von William Hancock, einem britischen Seezollbeamten. Etwas später sammelte der berühmte Pflanzensammler Ernest H. Wilson am Hsing Shan im westlichen Hubei weiteres Material.

Der Zwickauer Gehölzspezialist Alfred Rehder, der diese Belege zusammen mit zahlreichen anderen am Arnold Arboretum der Harvard University (USA) untersuchte, erkannte ihre Zugehörigkeit zur Familie der Geißblattgewächse und beschrieb den Strauch als Vertreter einer neuen Gattung. Diesen benannte er wahrscheinlich nach den siebenblütigen Teilblütenständen, Heptacodium (griech. hepta = sieben, codia = Mohnkapsel). Er ist auch bekannt unter dem übersetzten chinesischen Namen Sieben-Söhnedes-Himmels-Strauch. Aufgrund der Ähnlichkeit der Blattaderung mit der tropischen Gattung Miconia gab er der Art den Beinamen miconioides. Bis heute ist keine weitere Art dieser Gattung bekannt geworden.

Der Strauch kann in seiner Heimat bis zu sieben Meter hoch werden und ist dort sehr selten. Er wurde in die ,Rote Liste‘ der gefährdeten Pflanzen für China und die Mongolei aufgenommen. Er ist ein Frühgrüner und Spätsommerblüher. Ab Mitte August bis in den Oktober entfaltet er seine zahlreichen, weißen, fünfzähligen, duftenden Blüten. Auch seine runden Früchte mit ihren kirschroten Kelchen sind eine Zierde. Die dekorativen Blätter verliert er erst im späten Herbst. Er ist winterhart und ein ganz besonders wertvolles Gartengehölz. Im Herbst 1980 unternahmen nordamerikanische Botaniker eine Sammelreise nach China. Sie fanden im Botanischen Garten Hangzhou einen lebenden Strauch von Heptacodium, der zuvor im Westen nur als Herbarbeleg bekannt war. Aus den Samen dieses Strauches, der einem natürlichen Vorkommen in der Provinz Zhejiang entstammt, wurden alle inzwischen außerhalb Chinas kultivierten Pflanzen angezogen, auch die des Berliner Botanischen Gartens.

Er blüht zurzeit in der Pflanzengeografischen Anlage oberhalb des Chinateiches. Die Art ist inzwischen auch im Sortiment einiger europäischer Baumschulen zu finden.

Weiteres im Internet:

www.bgbm.de

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