Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Der himmelblaue Bleiwurz

Uwe Nef/Brigitte Zimmer

Wenn bei den Xhosa in Südafrika der Haussegen schief hängt, vertrauen die Ehepartner auf die Wirkung einer Pflanze ihrer Heimat, die wir in unseren Breiten als dekorative Kübelpflanze kennen. Doch Plumbago auriculata, der himmelblau blühende Bleiwurz, ist nicht wegen seiner attraktiven Erscheinung das Objekt ihrer Begierde. Es sind vielmehr die Wurzeln, in denen die Xhosa magische Kräfte vermuten. Diese verwenden sie als Badezusatz in der Hoffnung, Ehestreit damit zu beseitigen. Auch als Mittel gegen Warzen und Kopfschmerzen kommt die Wurzel, fein gerieben, zum Einsatz.

Plumbago auriculata, früher auch unter dem Namen Plumbago capensis bekannt, ist ein klimmender, immergrüner Strauch, der peitschenartige, mäßig verzweigte Sprosse bildet. In seiner Heimat wächst er sowohl einzeln als Busch aber auch in Dickichten. Er kann bis zu drei Meter hoch und breit werden. Die vier bis sieben Zentimeter langen, oberseits mittel- bis hellgrünen Blätter, sind relativ dünn und besitzen Drüsenpunkte. Ihre blaugrauen Unterseiten können mit weißen, Licht reflektierenden Schuppen besetzt sein. Vom Sommer bis Spätherbst öffnen sich an dichten, endständigen Trauben die vier Zentimeter langen Blüten. Die himmelblaue Plumbago auriculata blüht zurzeit im Südafrikahaus des Botanischen Gartens.

Zur Gattung Plumbago gehören circa zehn Arten aus subtropischen und tropischen Regionen, davon sind allein fünf in Südafrika beheimatet. Sie werden wegen ihrer attraktiven weißen, blauen oder roten Blüten kultiviert. Bleiwurz-Arten werden in ihrer Heimat von Schmetterlingen bestäubt und dienen ihren Larven als Futterpflanzen. Da sie nicht frostresistent sind, sollten sie in möglichst hellen, kühlen Räumen überwintert werden. Die starkwüchsigen Pflanzen benötigen in den wärmeren Jahreszeiten vollsonnige Standorte und reichlich Wasser.

Plumbago bedeutet „Bleiglanz“. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort plumbum (= Blei) ab. Den im Mittelmeergebiet vorkommenden europäischen Bleiwurz (Plumbago europaea) verwendeten bereits die Römer als Heilpflanze gegen eine „plumbum“ genannte Augenkrankheit, bei der bleigraue Flecken im Auge auftreten (vermutlich Grauer Star). Die scharf schmeckende Wurzel der Pflanze wurde bei uns früher auch zur Linderung von Zahnschmerzen gekaut, was nicht unsichtbar blieb, denn sie färbte Zähne und Zunge grau.

Mehr dazu im Internet:

www.blumen-im-blumentopf.de

www.balkonien.de

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