Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Ein borstiger Bienenfreund

Uwe Nef / Brigitte Zimmer

Ein Kraut der besonderen Art ist der Borstige Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia). Zur Gattung Phacelia, die zur Familie der Wasserblattgewächse (Hydrophyllaceae) gehört, rechnet man etwa 150 Arten. Der Gattungsname kommt aus dem Griechischen (phakelos = Büschel). Imker und Landwirte schätzen die einjährige, blau-violett blühende Pflanze gleichermaßen, weil sie – im Frühjahr gesät – als Nektarspender („Bienenweide“) sowie als Grünfutter dient. Im Spätsommer ausgebracht blüht sie bis zum Wintereinbruch und ist eine der letzten Nahrungsquellen für viele Insekten wie etwa Hummeln. Davon kann man sich im Duft- und Tastgarten des Botanischen Gartens zurzeit selbst überzeugen.

Die schnellwüchsigen Pflanzen werden bis bis zu 70 Zentimeter hoch und stehen dicht beieinander. Sie beschatten den Boden nahezu vollkommen und unterdrücken so das Aufkommen von Unkraut auf brachliegenden Flächen. Mit ihrem weit verzweigten, bis zu 40 Zentimeter tiefen Wurzelwerk lockern sie den Boden auf und verhindern ein Auswaschen von Nitratsalzen. Ihre rauhen, weiß-borstig behaarten Stängel wachsen aufrecht und sind nur im Blütenstandsbereich verzweigt. An ihnen sitzen länglich-lanzettliche, gefiederte Laubblätter, die denen der Rainfarne (Tanacetum) sehr ähnlich sind, daher erhielt sie auch den Namen „Rainfarnblättriges Büschelschön“.

Besonders hübsch sind die nach außen schneckenförmig eingerollten, endständigen Doppelwickel der Blütenstände mit ihren zahlreichen, sitzenden oder kurz gestielten Blüten. Der Blütenkelch ist tief in fünf schmale Zipfel geteilt. Er ist dicht borstig und silbrig-glänzend behaart. Die Blütenkrone ist trichterförmig, mit blassem, röhrig verwachsenem Grund und fünf blau-violetten, abstehenden, abgerundeten Zipfeln. Aus ihr ragen die etwa doppelt so langen Staubfäden mit stahlblauen-violetten Staubbeuteln weit heraus. Im Innern der Krone befinden sich zehn Nektardrüsen mit der für Insektenbesucher begehrten süßen Nahrung.

Vermutlich stammt die Nutzpflanze Phacelia tanacetifolia, die früher häufiger auch als Zierpflanze kultiviert wurde, aus dem berühmten „Great Valley“ in Kalifornien. Dort wächst die anspruchslose Schönheit an trockenen, steinigen Berghängen. Sie kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Mitteleuropa, wo sie in jüngster Zeit wieder verstärkt angebaut wird und örtlich verwildert an Straßen- und Wegrändern sowie auf Schuttplätzen vorkommt.

Mehr dazu im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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