Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Australische Schönheit

Uwe Nef / Brigitte Zimmer

Heute ist kaum mehr vorstellbar, unter welchen Gefahren und Entbehrungen Wissenschaftler und Gärtner zu Beginn des 18. Jahrhunderts Pflanzenmaterial aus entfernten Kontinenten zusammengetragen haben. Zahlreiche attraktive Gewächse gelangten in dieser Zeit auch von Australien in den Königlichen Botanischen Garten in Kew (England). Einer der Pioniere war Peter Good. Er begleitete den berühmten Botaniker Robert Brown als verantwortlicher Gärtner während der Umsegelung Australiens (1801-1803) auf der H.M.S. Investigator. Von dieser Reise kehrte er nicht mehr nach England zurück, denn er starb 1803 in Sydney an Ruhr. Eine der damals neu entdeckten Gattungen wurde nach ihm Goodia benannt.

Die Gattung gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae) und enthält zwei Arten, Goodia lotifolia und Goodia medicaginea. Sie kommen ausschließlich in Australien vor. Während die Hornkleeblättrige Goodie (Goodia lotifolia) vornehmlich die südöstlichen Küstenregionen Australiens besiedelt und außerdem auf Tasmanien vorkommt, bevorzugt Goodia medicaginea trockenere Standorte. Sie ist deshalb auch im Südwesten und etwas weiter im Inland anzutreffen.

Goodia lotifolia ist ein kleiner immergrüner Strauch, der bis drei Meter hoch wird und bevorzugt in feuchten Eukalyptuswäldern wächst. Er ist eine robuste, schnellwüchsige Pflanze, die zwar kurzzeitig Minusgraden trotzt, aber nicht winterhart ist. Er verträgt auch längere Dürreperioden. Ab Oktober hüllt er sich im australischen Frühling für viele Wochen in ein leuchtend gelbes, duftendes Blütenkleid. Besonders hübsch ist die silbrig behaarte Varietät Goodia lotifolia var. pubescens. Auf der anderen Seite des Globus, im Botanischen Garten in Berlin-Dahlem, blüht sie jetzt im Spätherbst im Australienhaus.

Die häufig rötlichen Zweige der Goodie sind mit langgestielten, wechselständigen, dreigeteilten Blättern besetzt. Ihre drei ovalen, bläulich- oder grau-grünen, bis zu zweieinhalb Zentimeter langen Blättchen sehen Kleeblättern sehr ähnlich. Daher wird die Pflanze im Englischen auch Clover Bush (Kleebusch) genannt. Der Blütenkelch ist aus fünf miteinander verwachsenen Kelchblättern aufgebaut. Die unteren drei Kelchzähne sind entweder gleich lang wie die Kronröhre oder nur wenig länger. Die Blüten sitzen in endständigen, bis zu zehn Zentimeter langen Blütenständen. Sie sind typische Schmetterlingsblüten und bestehen aus einem Schiffchen, zwei seitlichen Flügeln und einer ausgebreiteten Fahne. Im Schiffchen verborgen liegen die zehn Staubblätter. Solche Blüten sind von Wicken, Bohnen und Erbsen bestens bekannt. Daher heißt die Goodie auch Yellow Pea (Gelbe Erbse). Die Hülsenfrüchte sind flach und enthalten zwei bis vier Samen mit fleischigen Anhängen.

Mehr dazu im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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