Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Blühender Drache

Uwe Nef / Brigitte Zimmer

Draußen ist es nasskalt und trüb, drinnen schwül warm: Diese klimatischen Kontraste bietet der Botanische Garten den Besuchern im November auf engstem Raum. Im Großen Tropenhaus streben Urwaldpflanzen dem gleißenden Kunstlicht der Hochdruckquecksilberlampen entgegen. Rechts vom Eingang, gegenüber vom Riesenbambus, empfängt ein exotisch anmutendes Gewächs die staunenden Besucher: Dracaena arborea, der Baumförmige Drachenbaum. Er steht zurzeit in voller Blüte.

In seiner Heimat (West- und Zentralafrika bis Angola) wird er bis zu 20 Meter hoch. Dort wächst er in dichten Regenwäldern. Die Einheimischen pflanzen ihn zur Markierung von Grundstücksgrenzen und zur Einfriedung von Gräbern und Totenhainen.

In seinem Berliner Refugium hat es der Exot bisher auf eine Größe von circa vier Metern gebracht. Botanisch gesehen handelt es sich bei den baumförmigen Dracaena-Arten nicht um echte Bäume, sondern um Holzpflanzen mit anomalem Dickenwachstum, denn sie gehören zu den einkeimblättrigen Pflanzen (Monokotylen). Die rosettenartig an den Triebenden angeordneten lanzettlichen Blätter sind für alle Drachenbaum-Arten typisch. Bei Dracaena arborea sind sie schwertförmig und werden bis zu einem Meter lang. Die relativ unscheinbaren weißen Blüten sitzen dicht gedrängt an den bis zu 1,5 Meter langen Blütenständen. Sie entfalten sich abends nur für einen Tag und verströmen einen intensiven süßen Duft. Dieser lockt die bestäubenden Nachtfalter in Scharen an. Die gestielten Früchte sind leuchtend-orangefarbene Beeren.

Die Pflanzengattung Dracaena wurde 1767 erstmals von Linné beschrieben. Er ordnete sie den Liliengewächsen (Liliaceae) zu, andere Botaniker stellen sie zu den Agaven (Agavaceae) oder definieren sie als eigene Familie (Dracaenaceae). Die etwa 120 Arten kommen überwiegend in Zentralafrika und Südostasien vor. Die Erstbeschreibung von Dracaena arborea erfolgte 1809 durch den Berliner Botaniker und ehemaligen Direktor des Botanischen Gartens Berlin, Carl Ludwig Willdenow (1765–1812), anhand von Exemplaren, welche aus englischen Gärten im Jahre 1800 eingeführt worden waren. Ihm blieb allerdings das Vergnügen verwehrt, sie blühend zu erleben.

Der besonderen Fähigkeit zur Regeneration verdanken die Drachenbäume ihren Namen: So wie dem Drachen mehrere Köpfe nachwachsen, wenn einer abgeschlagen wird, bekommt diese Pflanze neue Triebe an der Stelle, an der einer abgebrochen oder abgeblüht ist. Dracaena leitet sich vom griechischen Wort drakaia ab, was so viel wie „weiblicher Drache“ bedeutet.

Mehr dazu im Internet:

www.bgbm.de

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