Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Die Harfenblume

Uwe Nef/Brigitte Zimmer.

Im Südafrikahaus steigt den Besuchern zurzeit ein stechend scharfer, eigenartiger Geruch in die Nasen. Aus einem niedrigen, teppichbildenden Gewächs mit vielen Blütenkerzen riecht es penetrant nach Stinktier. Der „Duft“ entströmt tatsächlich dieser Pflanze. Es handelt sich um die Harfenblume (Plectranthus neochilus), die aus ihren zahlreichen Drüsen ein streng riechendes ätherisches Öl absondert. Sie stinkt förmlich zum Himmel und soll angeblich Hunde und Katzen auf Distanz halten, weshalb sie in ihrer südafrikanischen Heimat auch dogbane (Hundebann) genannt wird.

Die Gattung Plectranthus besteht aus circa 300 Arten und gehört zur Familie der Lippenblütler (Labiatae). Besonders viele Harfenblumen kommen in Südafrika vor, aber ihr Verbreitungsgebiet reicht bis Südostasien und ins tropische Australien. Weil einige Arten eine gespornte Kronröhre besitzen, erhielt die Gattung den Namen Plectranthus. Das griechische Plectron bedeutet Stäbchen oder Plättchen, mit denen Saiteninstrumente gezupft werden, aber auch Hahnensporn; Anthos heißt Blüte.

Plectranthus neochilus, eine anspruchslose wasserspeichernde (sukkulente) Pflanze, wird bis zu 50 Zentimeter hoch und wächst im trockenen Buschland und in der Savanne zwischen Dolomit-Felsen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Lippenblütlern sind die Stängel nur schwach vierkantig. Ihre gegenständigen, grünen Laubblätter sind gekerbt und behaart. Sie ähneln denen der Minze. Auf ihrer Unterseite sitzen zahlreiche orangefarbene Drüsen.

Die vierkantigen Blütenstände sind endständig und werden bis zu 15 Zentimeter lang. Sie erinnern im Knospenzustand an eine Tiara, die mittelalterliche Kopfbedeckung der Päpste. Die schützenden rosafarbenen Hochblätter enden in einer grünlichen, abstehenden Spitze. Sie sind behaart, mit Drüsen besetzt und fallen frühzeitig ab.

Eine Besonderheit von Plectranthus ist ihr Blütenaufbau. Normalerweise wird bei den Lippenblütlern die Oberlippe aus drei und die Unterlippe aus zwei verwachsenen Kronblättern gebildet. Die Oberlippen der Harfenblumen bestehen dagegen aus vieren und die Unterlippe nur aus einem. Die Oberlippe von Plectranthus neochilus ist am Rande hellblau und auf der hoch gewölbten Innenseite lila gesprenkelt. Aus der deutlich längeren, bootförmigen Unterlippe, die horizontal absteht, ragen vier Staubgefäße und der Griffel mit seiner zweigeteilten Narbe hervor.

Mehr dazu im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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