Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Afrikanische Schönheit: Pentas lanceolata

Uwe Nef/Brigitte Zimmer

Wie weiße Sterne leuchten zurzeit die Blüten der Lanzenblättrigen Pentas (Pentas lanceolata) im Begonienhaus. Ihre hellgrünen Blätter erinnern an Lanzen, ihre Blüten sind fünfzählig. So sind diese Merkmale auch im botanischen Namen wiederzufinden: pentas (griechisch) = Fünfzahl, laceolatus (lateinisch) = lanzettlich. Pentas lanceolata gibt es in einem breiten Farbspektrum von Reinweiß bis Kaminrot. Die Pflanze kommt hauptsächlich im tropischen und subtropischen Ostafrika vor. Dort wächst sie in Gebüschen und an Waldrändern. Die erste botanische Beschreibung erfolgte aber anhand eines Exemplars aus dem Jemen.

Die Gattung Pentas umfasst circa 30 Arten. Sie gehört zur Familie der Rubiaceae (Rötegewächse), deren bekanntester Vertreter der Kaffeestrauch (Coffea) ist. Große Bedeutung hatte bis Ende des vorigen Jahrhunderts auch die Art Rubia tinctoria (Färberröte, Krapp). Aus ihren Wurzeln gewann man einen roten Alizarin-Farbstoff (Türkisch Rot), der zum Einfärben von Wolle genutzt wurde. Dieser Farbstoff wird inzwischen synthetisch hergestellt.

Die Lanzenblättrige Pentas ist ein an der Basis verholzter Halbstrauch, der bis zu 130 Zentimeter hoch werden kann. Seine gestielten, gegenständig angeordneten, eiförmigen bis breit-lanzettlichen Blätter werden bis zu 15 Zentimeter lang und sind beiderseits dicht behaart. Die sechs bis 14 Blattseitenadern treten deutlich hervor.

Vom Herbst bis in den Winter erscheinen bis zu 20 Blüten vereint in endständigen Trugdolden. Die 1,5 Zentimeter breiten Blüten sind zweigeschlechtlich, kurz gestielt und fallen besonders durch ihre langen, dicht behaarten Kronröhren ins Auge. Die Kronzipfel sind sternförmig ausgebreitet. Ein dichter Haarkranz umschließt den Eingang des Kronschlunds. Die Lage der weiblichen Organe (Griffel und Narbe) und die der männlichen (Staubgefäße) können bei verschiedenen Exemplaren dieser Art unterschiedlich sein: Entweder sind die Staubbeutel von außen sichtbar und Griffel und Narbe sitzen versteckt in der Kronröhre oder der Aufbau ist umgekehrt. Eine Selbstbestäubung ist ausgeschlossen: Kurzgrifflige Blüten können nur durch den Pollen der langgriffligen befruchtet werden, welche ihrerseits den Blütenstaub der kurzgriffligen benötigen. Ein ähnliches, Heterostylie genanntes Phänomen lässt sich auch bei den einheimischen Schlüsselblumen beobachten.

Pentas lanceolata ist unter den afrikanischen Rötegewächsen eine der variabelsten Arten – mit Unterarten, Varietäten und Formen. Wegen ihrer attraktiven Blütenstände wird sie gerne kultiviert.

Weiteres im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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