Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Die Schlankblättrige Kleinie

Uwe Nef / Brigitte Zimmer

Obwohl sie nicht im Verborgenen blüht, sondern gern in praller Sonne steht, fristete diese Sukkulente lange Zeit ein stiefmütterliches, namenloses Dasein in einem englischen Gewächshaus. Der Botaniker Charles Jeffrey benannte und beschrieb sie erst 1986 als Kleinia leptophylla. Fast 250 Jahre zuvor hatte Carl von Linné die Gattung Kleinia nach dem deutschen Zoologen Jacob Theodor Klein (1685-1751) benannt, der zahlreiche seltene Pflanzen kultivierte. Im Haus der Sukkulenten Pflanzen Afrikas blüht sie jetzt auf der Galerie.

Kleinia leptophylla ist nur von wenigen tropischen Standorten in Äthiopien und Kenia, ganz vereinzelt auch aus dem äußersten Südwesten der arabischen Halbinsel bekannt. Sie wächst in Höhen von circa 600 bis 700 Metern, wo sie bevorzugt an unwirtlichen Orten wie Vulkankratern und Felslandschaften ihre ökologische Nische gefunden hat. In ihrer natürlichen Umgebung blüht sie im Februar, in Kultur von Oktober bis Dezember.

Die Schlankblättrige Kleinie ist eine robuste, langsam wachsende Pflanze, die bis zu 25 Zentimeter hoch wird. Ihre fleischigen, unbehaarten Sprossen wachsen niederliegend bis aufrecht. Dunkelgrüne Streifen zieren die runden, bis zu 1,5 Zentimeter dicken, grünen Stängel zwischen den Blattansätzen. Ältere Stängel besitzen eine durchsichtige, milchig-weiße Oberhaut. Die pfriemartigen, abstehenden Blätter sitzen am Sprossende dicht gedrängt. Sie sind glänzend grün und erscheinen fleischig. Sie erinnern an Ahlen (Werkzeuge zum Stechen von Löchern) und werden bis zu sechs Zentimeter lang. Nach dem Abfallen hinterlassen sie ein deutliches Narbenmuster.

Aus den Sprossspitzen erheben sich unverzweigte, bis zu zehn Zentimeter lange, bläulich-graue Blütenstandsstiele mit bis zu zwölf kleinen Hochblättern. Die Blütenköpfchen sind aus 30 bis 40 zweigeschlechtigen, duftlosen Röhrenblüten zusammengesetzt. Sie werden von einer kelchförmigen Hülle aus elf bis zwölf bläulich-grauen Hochblättern umgeben. Die Blüten leuchten satt rosarot. Aus ihrer Röhre ragen die gelben Staubbeutel und die pupurroten Äste der Narben gut sichtbar hervor.

Zur Gattung Kleinia gehören 40 Arten ausdauernder, sukkulenter Halbsträucher. Sie ist eng mit der Gattung Senecio (Kreuzkraut) verwandt, von der sie lange Zeit nicht abgetrennt wurde. Kleinia kommt hauptsächlich im tropischen Afrika vor.

Die Schlankblättrige Kleinie wird nicht oft kultiviert, weil sie langsam wächst und selten blüht. Der Berliner Botanischen Garten hegt sie, wie auch viele andere in der Natur seltene oder gefährdete Pflanzen, um deren Fortbestand zu sichern.

Weiteres im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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