Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Eine Rarität: Meryta denhamii

Brigitte Zimmer

Im Großen Tropenhaus gegenüber vom Riesenbambus ist die ausgewählte Pflanze der Woche zu sehen: eine blühende Meryta denhamii. Sie verdankt ihre Entdeckung dem englischen Gärtner und Pflanzensammler William Grant Milne. Er fand das erste Exemplar des damals noch unbekannten kleinen Baums mit den großen Blättern während einer Südsee-Expedition von Kapitän Denham (1852-1861) auf der Kiefern-Insel (Isle of Pines) im Süden von Neukaledonien. Daheim, im Gewächshaus des Königlichen Botanischen Gartens in Kew, blühte der Baum erstmals im Jahre 1860. Zwei Jahre später wurde die Pflanze von Berthold Seeman botanisch als Meryta denhamii beschrieben. Der Artbeiname ehrt den Kapitän des Expeditionsschiffes.

Die Gattung Meryta gehört zu den Efeugewächsen (Araliaceen). Diese Familie ist weltweit verbreitet, der Schwerpunkt liegt jedoch in den Tropen. Sie umfasst circa 70 Gattungen mit rund 700 Arten, von denen Efeu (Hedera helix) und Ginseng (Panax ginseng) wohl die bekanntesten sind.

Obschon die Gattung Meryta seit 1776 bekannt ist, findet man nur wenig Information über sie in der einschlägigen Literatur. Ihre Heimat sind die pazifischen Inseln. Die Zahl ihrer Arten, von denen die meisten auf Neukaledonien vorkommen, wird mit zwölf bis 30 angegeben. Es sind immergrüne, kleine bis mittelhohe Bäume mit einfachem oder wenig verzweigtem Stamm und charakteristischen, sehr großen Blättern.

Die Art Meryta denhamii ist ein schlanker Baum, der circa sechs Meter hoch wird. Die langen, wechselständigen Blätter sind unbehaart und ledrig, an den Rändern gewellt und stehen am Ende von Stamm und Ästen schopfartig beisammen. Ihre Mittelrippe ist dick fleischig und mit Längsrillen gefurcht. An jüngeren Bäumen werden die Blätter bis zu 45 Zentimeter lang und etwa zwölf Zentimeter breit. Bei blühfähigen, älteren Exemplaren können sie sogar 1 Meter 20 lang und bis zu 23 Zentimeter breit werden.

Im Winter erscheinen die prächtigen, endständigen Blütenrispen, die einen süßlichen Duft verbreiten. Die zahlreichen kleinen, gelblich-grünen Blüten besitzen bis zu zehn Kronblätter und stehen in dichten, rundlichen Köpfchen auf fleischigen Stielen. Die Pflanzen sind entweder weiblich oder männlich. Da die Staubblätter (Antheren) weit aus den Einzelblüten hervorragen, wird der Pollen vermutlich hauptsächlich durch den Wind verbreitet. Weibliche Blüten können gelegentlich auch Staubblätter enthalten, die dann allerdings verkümmert und unfruchtbar sind. Ob Meryta denhamii ausschließlich an ihrem Entdeckungsort oder auch auf den Neuen Hebriden wächst, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

Kultiviert wird neben Meryta denhamii auch Meryta sonchifolia. Die Arten werden gerne als Veredelungsunterlagen verwendet.

Mehr dazu im Internet:

www.botanischer-garten-berlin. de

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