Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Tillandsia lindenii

Uwe Nef / Brigitte Zimmer

Zahlreiche hellviolette und lachsfarbene Farbtupfer auf einem mit grünen Blattrosetten dicht besetzten Baumstamm erfreuen die Besucher zurzeit auf der Galerie des Bromelienhauses. Es sind die leuchtenden Blütenstände der Tillandsia lindenii, die sich diese dunkle Jahreszeit für ihren prächtigen Auftritt ausgesucht haben.

Die Gattung Tillandsia ist mit ihren rund 550 Arten die größte in der Familie der Ananasgewächse (Bromeliaceae). Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Südstaaten der USA bis nach Chile und Argentinien, mit Schwerpunkten in Mexiko, Mittelamerika und dem westlichen Südamerika. Einige wenige Arten sind auch in den feuchtheißen Regenwäldern des Amazonasbeckens zu Hause. Ein typisches Merkmal der meisten Tillandsien ist ihre epiphytische Lebensweise: Sie sitzen auf anderen Pflanzen, überwiegend Bäumen oder an Felsen (Aufsitzerpflanzen). Charakteristisch und einzigartig im Pflanzenreich sind für alle Tillandsien die so genannten Saugschuppen, mit denen die Blätter bedeckt sind. Sie dienen der Wasser- und Nährstoffaufnahme, einer Funktion, die normalerweise den Wurzeln zukommt. Man unterscheidet graue und grüne Tillandsien. Solche in Trockengebieten haben ein dichteres Schuppenkleid und erscheinen deshalb grau.

Tillandsia lindenii gehört zu den „Grünen“, die in tropischen Regenwäldern verbreitet sind. Sie wurde nach dem belgischen Gärtner und Schriftsteller J. Linden (1817-1898) benannt und wächst in Ekuador und Nord-Peru. Jede Pflanze besitzt eine Trichterrosette aus 30 bis 60 dunkelgrünen Blättern, die bis zu 35 Zentimeter lang und nur ein bis zwei Zentimeter breit werden und bogig herabhängen. Aus dem Grunde des Blatttrichters erheben sich die Blütenstände, die bis zu 40 Zentimeter hoch werden können. Tillandsia lindenii und Tillandsia cyanea haben die größten Blüten in der Gattung. Nach der Blüte stirbt die Mutterpflanze ab. Die Vermehrung erfolgt durch Samen und frühzeitig angelegte Kindel. Die Samen sind mit einem Haarschopf ausgestattet, der wie ein Fallschirm wirkt: Er erhöht die Schwebfähigkeit ähnlich wie beim Löwenzahn und sorgt für weite Verbreitung durch den Wind. .

Mehr dazu im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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