Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Ein Farn fürs Aquarium

Uwe Nef/Brigitte Zimmer

Die meisten Farne gedeihen an halbschattigen bis schattigen Standorten mit hoher Luftfeuchtigkeit. Dass einige von ihnen sogar von Flussufern ins nasse Element abtauchen, ist dagegen nur wenig bekannt. Aus der Gattung Bolbitis, die circa 45 Arten umfasst, sind es nur zwei Vertreter: Bolbitis heteroclita und der Kongo-Wasserfarn (Bolbitis heudelotii). Letzteren kann man in zwei Aquarien hinter dem Eingang zum Brunnensaal entdecken.

Der krautige Farn ist im tropischen Regenwaldgebiet Afrikas bis zu einer Höhe von 1400 Metern, in Äthiopien sogar bis 1800 Metern weit verbreitet. Er wächst vorwiegend an schattigen, manchmal auch vollsonnigen Plätzen an Flussufern oder direkt im äußeren Flussbett von schnell fließenden Gewässern. Er klammert sich mit seinem 20 Zentimeter langen, schuppenbedeckten Wurzelstock (Rhizom) an Steine, Felsen oder Baumwurzeln.

Die untergetauchten (submersen) Blätter und die aus dem Wasser ragenden (emersen) sind gestielt, aber deutlich unterschiedlich gebaut. Die festeren emersen Blätter können bis 85 Zentimeter hoch werden. Ihre Blattspreite ist einfach gefiedert und ihre hell- bis dunkelgrünen Blattabschnitte können sowohl wechselständig als auch gegenständig angeordnet sein. Sie sind schwach gezähnt, selten ganzrandig. Die submersen Blätter sind wesentlich dünner, transparent, dunkelgrün oder schwärzlich und groß gezähnt. Sie können am Grunde sowohl einfach als auch doppelt gefiedert sein. Sporentragende Blätter werden im Wasser nicht ausgebildet. Bei den Uferbewohnern können sie jedoch bis zu einem Meter lang werden, und ihre Fiedern sind verschmälert. Die Sporenbehälter bedecken nahezu vollständig die Blattunterseiten. Sie enthalten verhältnismäßig große Sporen.

Die Aquaristen schätzen den Kongo-Wasserfarn, weil er nicht schwierig zu halten ist. Beachtet werden muss allerdings, dass er nur in weichem, saurem Wasser wirklich gut gedeiht. Eine Düngung mit Kohlendioxid ist empfehlenswert. Ansonsten reichen die im Wasser gelösten Nährstoffe. Im alkalischen Bereich werden die Blätter oft schwarz und fleckig. Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 28 Grad Celsius liegen. Der Farn lässt sich leicht vegetativ durch Teilung des Wurzelstocks vermehren.

Weiteres im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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