Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Das Drachenbaumblatt

Brigitte Zimmer

An einen Drachen erinnert das Einseitswendige Drachenbaumblatt (Dracophyllum secundum) im Haus der Pflanzen der Südhemisphäre nun wirklich nicht. Wahrscheinlich wählte der französische Botaniker de Labillardière (1775-1834) den aus dem Griechischen abgeleiteten Gattungsnamen Dracophyllum (draco = Drache, phyllon = Blatt) weil ihn die Form der Blätter an den berühmten Drachenbaum (Dracaena draco) erinnerte.

Die Dracophyllum-Arten gehören jedoch zu den Australheidegewächsen (Epacridaceae), die mit unseren heimischen Heiden (Ericaceae) nahe verwandt sind. Auch sie sind meist niedrige bis mittelhohe Sträucher, die aber hauptsächlich in Australien, Tasmanien und Neuseeland vorkommen. Sie besiedeln sowohl küstennahe Gebiete, als auch montane und alpine Gebirgsregionen und Hochmoore.

Dracophyllum secundum ist im Südwesten Australiens beheimatet. Der immergrüne niedrige Strauch wird etwa einen Meter hoch. An den älteren dünnen Zweigen bilden Blattnarben oft ein attraktives Ringelmuster. Die bis zu 14 Zentimeter langen, fein gesägten, hellgrünen, glänzenden Blätter sind bromelien-ähnlich, derb und leicht gebogen. Dicht rosettenartig angeordnet umhüllen sie mit ihrem breiteren, oft rötlich überlaufenen Grund die Stängel. Nach oben verschmälern sie sich und enden in einer rötlichen Spitze.

Erst zur Blütezeit erkennt man, warum der Strauch den Artnamen secundum (= einseitswendig) erhielt. Dicht gedrängt hängen dann die zahlreichen weißen Blütenglöckchen mit den vier hübsch eingerollten Kronzipfeln zu einer Seite der bis zu 15 Zentimeter langen Blütenrispen. Das intensiv leuchtende Rot der seitlich abstehenden oder abwärts gebogenen Blütenstandsachse und die rosaroten weiß-umrandeten Kelchblätter lassen die porzellan-weißen Kronen besonders hell erstrahlen. Jetzt lässt sich die nahe Verwandtschaft zu unseren Ericaceen nicht mehr verleugnen. In Australien läutet Dracophyllum secundum den Frühling ein. Die Pflanze hat sich als Bewohner von Sandsteinfelsen und küstennahen Kliffs auch schwierigen Standortbedingungen angepasst und kann kurze Trockenperioden überstehen. Dennoch ist die Art in Botanischen Gärten und im Handel nicht häufig anzutreffen, denn sie verlangt sehr aufmerksame Pflege.

Am besten gedeihen die Pflanzen in kleinen Gefäßen in Heideerde und müssen sehr vorsichtig mit kalkarmem Wasser gegossen werden. Im Sommer sollten sie im Freien stehen, überwintern müssen sie bei etwa zehn Grad Celsius in einem Kalthaus.

Mehrfach wird erwähnt, dass Stecklinge keine oder nur sehr schwer Wurzeln bilden. Vielleicht fehlen ihnen bestimmte Wachstum fördernde Wurzelpilze mit denen sie an ihren natürlichen Standorten vorteilhafte Lebensgemeinschaften (Mykorrhiza) eingehen.

Weiteres im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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