Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Die Kornelkirsche

Brigitte Zimmer

Wenn Schneeglöckchen, Märzenbecher und Krokusse am Boden ihren Frühlingsteppich ausbreiten, hüllt sich auch die Kornelkirsche (Cornus mas) im Duft- und Tastgarten, im Arboretumund an weiteren Standorten, lange vor dem Blattaustrieb, in einen gelben Blütenflor. Sie ist ein zwei bis fünf Meter hoher Strauch, wächst relativ langsam, hat aber ein starkes Ausschlagsvermögen und kann 100 Jahre alt werden. Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in Südosteuropa und Kleinasien. Dort kommt sie in sonnigen Lagen an Hängen, in lichten Wäldern und Gebüschen vor. Bei uns wird sie als Zier- oder Heckengehölz angepflanzt; man trifft sie in Ortsnähe auch verwildert.

Trotz des Namens ist die Kornelkirsche nicht mit den Kirschen verwandt. Sie gehört zu den Hartriegelgewächsen (Cornaceae). Ihre deutsche Bezeichnung erhielt sie einerseits auf Grund ihrer roten Steinfrüchte, andererseits wegen ihres harten, schwer spaltbaren Holzes (lateinisch: corneus = hornartig). Früher wurde es zur Herstellung von Spazierstöcken, Hammerstielen, Radspeichen, Schuhstiften, Instrumenten und Holzkohle genutzt. Die jungen, olivgrünen Triebe sind angedrückt behaart, ältere Zweige dagegen kahl.

Die Blütezeit beginnt bei günstiger Witterung bereits im Februar. Die Blüten haben vier goldgelbe Blütenblätter und stehen auf fünf bis acht Millimeter langen, behaarten Stielen. Sie bilden, jeweils zu zehn bis 25 vereint, kurze, kugelige Trugdolden. Jeder Blütenstand ist von vier gelbgrünen, schalenförmigen Hochblättern umgeben. Nach der Blüte erscheinen die gegenständigen, ganzrandigen, elliptisch-eiförmigen Blätter. Ihre Unterseite ist deutlich heller als die Oberseite.

Die hängenden, länglich-elliptischen Steinfrüchte der Kornelkirsche sind etwas kleiner als Kirschen, glänzend rot, und schmecken vollreif angenehm süß-säuerlich. Ihr Gehalt an Vitamin C und Apfelsäure ist beachtenswert. Sie lassen sich vielseitig verwenden, etwa zur Herstellung von Wein, Marmelade, Gelee und Schnaps. In Südeuropa werden sie roh oder kandiert als Obst genossen, in der Türkei wird aus ihrem Saft Limonade und Most zubereitet, in Russland Likör. Im Altertum konservierte man halbreife Früchte ähnlich wie Oliven mit Salzwasser. Der große Steinkern, von welchem sich das Fruchtfleisch nur schwer trennen lässt, wird zu Rosenkranzperlen verarbeitet. Die Samen können geröstet als Kaffeeersatz dienen.

In der Volksheilkunde wird die Kornelkirsche zur Blutreinigung und Stärkung der Abwehrkräfte eingesetzt. Aus Blättern und Früchten wird erfrischender Tee zubereitet.

Weiteres im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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