Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Die Netz-Schwertlilie

Brigitte Zimmer

Schwertlilien-Wildarten und ihre Züchtungen befinden sich seit langer Zeit aufgrund ihrer aparten Blütenform und prächtigen Farben in Gartenkultur. Die Gattung, die auf der nördlichen Halbkugel verbreitet ist, umfasst etwa 200 Arten. Wegen ihrer Farbenfreudigkeit erhielt sie den Namen Iris (griechisch = Regenbogen).

Die meisten Schwertlilien besitzen als Überdauerungs- und Speicherorgan ein Rhizom. Es gibt aber auch solche mit zwiebelförmigen Knollen, die oft fälschlich als Zwiebel-Schwertlilien bezeichnet werden. Sie sind vor allem in Gebieten mit sommerlichen Trockenperioden verbreitet. Zu ihnen gehört die aus dem Kaukasus stammende Netz-Schwertlilie (Iris reticulata), eine Frühjahrsschönheit, zu sehen im Freilandbereich Vorderasien. Sie wurde 1808 von dem deutschen Botaniker Johann Friedrich Adam entdeckt und im Berliner Botanischen Garten 1821 erstmalig in Europa gezeigt. Ihren deutschen Namen erhielt sie, weil die äußere Hülle ihrer Knollen ein grobes Fasernetz bildet.

Die Netz-Schwertlilien stehen meist in Gruppen beieinander. Zur Blütezeit sind die Pflanzen etwa zehn bis 20 Zentimeter hoch, wobei die vierkantigen, linealen Blätter von den pupurvioletten Blüten überragt werden. Manchmal, wenn ein Frühlingslüftchen über sie hinwegstreicht, können auch wir, nicht nur die Insekten, den leichten Veilchenduft wahrnehmen. Nach der Blüte können die Blätter noch bis 30 Zentimeter hoch werden. Denn ehe sie im Sommer einziehen produzieren sie die für den Frühjahrsaustrieb notwendigen Reservestoffe, die in den Knollen gespeichert werden.

Besonders attraktiv sind die drei zurückgebogenen äußeren Blütenblätter, die mit einem gesprenkelten, gelborange Farbmal gezeichnet sind. Der Blütenbau aller Schwertlilien ist charakteristisch. Die Blütenbesucher nehmen jede einzelne Blüte als drei funktional eigenständige Einzelblumen wahr. Über jedem der drei auffallenden äußeren Kronblätter scheint ein weiteres in Gestalt einer Oberlippe zu stehen, das in Wirklichkeit einem blütenblattähnlich gestalteten Griffel entspricht. An dessen Unterseite sitzt die kleine, dreieckige Narbe, überdies ein Staubbeutel. Wenn ein Insekt in die Teilblüte eindringt, um vom Nektar in der Kronröhre zu naschen, wird zuerst der mitgebrachte Pollen am Narbenlappen abgestreift, danach beim tieferen Eindringen wird sein Rücken mit frischem Pollen aus dem Staubbeutel eingepudert. Beim Herausklettern wird der Narbenlappen nach oben gedrückt. So wird verhindert, dass der eigene Pollen auf die Narbe gelangt.

Iris reticulata eignet sich besonders gut für den Steingarten in sonniger und trockener Lage. Im Fachhandel werden neben verschiedenen Sorten auch interessante Kreuzungen mit anderen Iris-Arten angeboten.

Mehr dazu im Internet:

www. botanischer-garten-berlin.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar