Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Das Rote Lungenkraut

Brigitte Zimmer

Allein der Name Lungenkraut macht neugierig auf die Pflanze. Der wissenschaftliche Gattungsname Pulmonaria stammt aus dem Lateinischen (pulmo = Lunge). Lungenkräuter galten in der mittelalterlichen Signaturlehre, welche die Heilwirkung der Pflanzen aus ihrer Ähnlichkeit mit menschlichen Organen ableitete, als Lungenheilmittel. Ihre gefleckten Blätter erinnern angeblich an das Erscheinungsbild einer Lunge. Überdies wurde die typische Veränderung der Blütenfarbe, von Rot (vor dem Aufblühen) über Blau zu Violett (beim Verblühen), mit dem Farbwechsel des Blutes beim Passieren der Lunge verglichen.

Die Lungenkräuter gehören zu den Frühlingsboten, die aus unterirdischen Speicher-Rhizomen die Energie für ein frühes Aufblühen schöpfen. Die Blütenstände erscheinen von März bis Mai. Die Gattung Pulmonaria, die zur Familie der Rauhblattgewächse (Boraginaceae) gehört, umfasst rund 20 Arten, welche vorwiegend in Asien und Europa anzutreffen sind. Trotz ihrer verhältnismäßig kleinen Zahl ist die Abgrenzung der Arten schwierig, da die Merkmalunterschiede gering sind und sie sich leicht und oft miteinander kreuzen.

Das Rote Lungenkraut ist in den Waldgebieten der Südkarpaten und den Gebirgen des Balkans bis hinunter nach Nordgriechenland zu Hause. In neuerer Zeit kann man die aus Kulturen verwilderte Art auch bei uns antreffen: zum Beispiel im Allgäu, Osthessen und Sachsen.

Im Freilandbereich „Karpaten“ fallen die etwa 20 Zentimeter hohen Pflanzen vor allem durch ihre ziegel- bis karminroten, trichterförmigen Blüten auf. Ein wichtiges Merkmal für Pulmonaria rubra ist die Behaarung. Stängel, Blätter und Blütenkelch besitzen Borsten, Haare und kurzstielige Drüsen sowie charakteristische langstielige Drüsen. Das Rote Lungenkraut gehört zu den acht gärtnerisch wertvollen Arten. Es eignet sich gut als Bodendecker für halbschattige, nicht zu trockene Standorte mit humus- und nährstoffreichem Boden. Neben der ziegelroten Wildart gibt es auch weiß blühende Sorten im Handel.

Weiteres im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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