Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Der Brasilianische Federbusch

Brigitte Zimmer

Die Fleischfarbene Justizie (Justicia carnea) wird auch Brasilianischer Federbusch genannt. In der Tat erinnern die rosaroten zehn bis 15 Zentimeter großen Blütenschöpfe an Flederwische und wirken besonders prachtvoll, weil sich alle Blüten gleichzeitig öffnen.

Verbreitet ist Justicia carnea im nördlichen Brasilien, in Paraguay und Argentinien. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Strauch in den berühmten Viktorianischen Gewächshäusern Englands kultiviert. Im Botanischen Garten steht er im „Begonienhaus“. Er braucht einen hellen, halbschattigen Platz mit viel Frischluft, verträgt jedoch keinen Durchzug. Im Sommer muss er reichlich gegossen werden, da das große und weiche Laub viel Wasser verdunstet. Als Kübelpflanze kann die Justizie im Sommer im Freien stehen. Während der Ruhezeit im Winter sollte sie bei etwa 12 Grad Celsius gehalten werden. Die im Handel angebotenen Pflanzen sind meistens aus Kreuzungen hervorgegangene Zuchtsorten.

Die fünf Blütenblätter sind zu einer gebogenen Kronröhre verwachsen, die sich in der oberen Hälfte in eine lange, zungenförmige Oberlippe und eine zurückgerollte Unterlippe aufspaltet. Aus der Kronröhre ragen die beiden Staubblätter elegant heraus. Vom Sommer bis zum Herbst erscheinen die gedrängten, ährenförmigen Blütenstände an den Triebspitzen oder in den Blattachseln der kräftigen, wenig verzweigten, bis 150 Zentimeter hohen Sträucher.

Im Gegensatz zu anderen Justicia-Arten, bei denen die Tragblätter im Blütenstand besonders gefärbt und markant sind, werden sie bei Justica carnea vollständig von den Blüten verdeckt. Die auffallend geaderten, mittelgrünen Laubblätter sitzen paarweise an den Knoten der vierkantigen Sprosse einander gegenüber. Sie sind eiförmig bis länglich und unterseits manchmal flaumig weich behaart.

Die Gattung Justicia wurde 1753 von Carl von Linné nach dem schottischen Gärtner James Justice (1698-1763) benannt, der übrigens einige Jahre auch als Advokat tätig war. Mit 300 bis 600 anerkannten Arten ist sie die formenreichste in der Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae), die in den Tropen der Alten und auch der Neuen Welt weit verbreitet ist.

Weiteres im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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