Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Immergrüne Schleifenblume

Brigitte Zimmer

Die schneeweißen Blütenteppiche der Immergrünen Schleifenblume (Iberis sempervirens) leuchten schon aus der Ferne in den südeuropäischen Gebirgsformationen im Freiland. Von den etwa 40 im Mittelmeergebiet heimischen Arten, die zur Familie der Cruciferen (Kreuzblütler) gehören, werden bei uns hauptsächlich fünf als Gartenzierpflanzen kultiviert: Iberis amara, saxatilis, semperflorens, sempervirens und umbellata.

Iberis sempervirens ist in den Gebirgen der Mittelmeerländer auf felsigen und steinigen Böden weit verbreitet und gilt als wertvolle Steingartenpflanze. Der niederliegende, reich verzweigte Halbstrauch wird 20 bis 30 Zentimeter hoch. Er bildet ein dichtes Polster aus blühenden und nicht blühenden Trieben, die mit immergrünen, schmal spatelförmigen, flachen und leicht fleischigen Blättern besetzt sind.

Von April bis Mai erscheinen am nur lose beblätterten Ende der biegsamen Blütenstände die strahlend weißen, seltener rosafarbenen Blüten. Es hat den Anschein, als ob alle Blüten in einer Ebene doldenähnlich angeordnet sind. In Wirklichkeit sitzen sie in einer kompakten Traube, wobei die untersten Blüten länger gestielt sind und an der Peripherie stehen. Diese Randblüten sind auffällig größer als die inneren und ausgeprägt asymmetrisch, da die äußeren ihrer vier länglich ovalen Kronblätter drei Mal so lang wie die inneren sind. Wie ihr deutscher Name nahe legt, sehen sie wie kleine gebundene Schleifen aus. Die Blüten verströmen einen Duft, der entfernt an Schokolade erinnert. Deshalb wurde sie in Siebenbürgen volkstümlich als Schokoladenblume bezeichnet.

Die nahezu viereckigen Früchte sind seitlich flach zusammen gedrückte Schötchen und werden von einem schmalen Flügelsaum umgeben, der sich zur Spitze hin erweitert. Verbreitungsbiologisch gehört die Pflanze zu den so genannten Regenballisten: Wenn Regentropfen auf die reifen Schötchen treffen, zerspringen diese und schleudern die Samen bis zu 80 Zentimeter weit weg. Die zerriebene Pflanze riecht nach Rettich und enthält, hauptsächlich in den Samen, das Senfölglycosid Ibevirin.

Iberis sempervirens braucht einen sonnigen Standort, wenig Wasser und bevorzugt trockene, humusarme, durchlässige Böden. Nach der Blüte sollten die Pflanzen um ein Drittel zurückgeschnitten werden.

Weiteres im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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