Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Heilender Alant

Brigitte Zimmer

Auch wenn sich, wie in diesem Sommer, die Sonne allzu oft hinter dicken Regenwolken versteckt, lässt die Natur zahlreiche kleine Sonnen scheinen. Man sieht sie beim Durchwandern der Balkanhalbinsel im Freiland des Botanischen Gartens leuchten. Es sind die gelben Blütenköpfchen des Echten Alants (Inula helenium L.), einer stattlichen, ausdauernden Staude aus der Familie der Körbchenblütler (Compositen).

Ihr senkrecht im Boden sitzender, knolliger Wurzelstock (Rhizom) ist mit daumendicken, bis zu 50 Zentimeter langen, verästelten Wurzeln im Boden verankert. Im ersten Jahr treibt er lediglich eine Blattrosette, im folgenden Jahr werden dann die aufrechten, sehr kräftigen, 80 bis 180 Zentimeter hohen, im oberen Teil verzweigten Stängel ausgebildet. Sie sind behaart, manchmal rötlich überlaufen und dicht beblättert. Während die sehr großen Grund- und unteren Stängelblätter auf einem geflügelten Stiel sitzen, sind die mittleren und oberen ungestielt, oft am Grund den Stängel umfassend. Sie sind derb, eiförmig lanzettlich, am Rande unregelmäßig gezähnt, oberseits zerstreut kurzhaarig, unterseits graufilzig und mit zahlreichen unter der Lupe gut sichtbaren gelblichen, kugeligen Drüsenhaaren besetzt. Diese scheiden ätherische Öle aus, die einen eigenartigen Geruch verbreiten.

Von Juli bis September erscheinen in lockeren Doldentrauben die großen Blütenköpfchen. Die dachziegelartig angeordneten Hüllblätter der Körbchen werden von den schmal-zungenförmigen, kräftig gelben Randblüten weit überragt. Innen sitzen auf dem flachen Köpfchenboden zahlreiche kleinere, ebenfalls gelbe Röhrenblüten. Bienen und Tagfalter sind die häufigsten Blütenbesucher. Die vielrippigen, zylindrischen Früchte (Achänen) tragen eine Haarkrone (Pappus) und können mit ihrer Hilfe durch die Lüfte segeln.

Inula helenium ist in Europa, Vorder- und Mittelasien verbreitet und stammt ursprünglich wohl aus Zentralasien. Er ist eine uralte Heilpflanze, die in der Volksmedizin bei Bronchialkatarrhen, Tuberkulose, Magen-Darm-Beschwerden und gegen Würmer verwendet wurde. Die Droge wurde aus Rhizom und Wurzeln gewonnen, die einen aromatischen Geruch besitzen und ätherische Öle sowie „Helenin“ oder „Alantcampher“, ein Gemisch aus drei Bitterstoffen, enthalten. Im Mittelalter galt der Alantwein, „potio Paulinae“, als Allheilmittel. Kandierte Wurzelstücke genoss man als verdauungsfördernde Nascherei und bevor es den Tabak gab, rauchte man, angeblich zur Stärkung der Lungen, Alant-Blätter.

Heute wird Alant nur selten verwendet, ist aber noch in manchen Hustensäften und Kräuterlikören enthalten. Bei empfindlichen Personen können die Pflanzen allergische Reaktionen hervorrufen. Im Garten bevorzugt der Alant leicht feuchte, aber gut durchlässige Böden und halbschattige Standorte.

Mehr dazu im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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