Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Hypoxis, die Wunderknolle

Brigitte Zimmer

Das Interesse an traditionellen Heilmitteln hat in den letzen Jahren stark zugenommen – nicht nur bei uns. In Südafrika werden auf Märkten oder am Straßenrand Knollen, Wurzeln, Rindenstücke und Kräuter angeboten, die gegen unterschiedlichste Krankheiten helfen sollen. Unter den angepriesenen „Wunderdrogen“ findet man auch die Wurzelknollen der Taglilienartigen Hypoxis.

Die Gattung Hypoxis kommt auf der südlichen Halbkugel mit über 100 Arten vor. Sie gehört zur Familie der Hypoxidaceae, die mit den Amaryllisgewächsen eng verwandt ist. Hypoxis-Arten überdauern die trockene Jahreszeit mit unterirdischen Speicherorganen, die man als Afrikanische Kartoffeln bezeichnet. Für die ganze Pflanze sind die Namen Sternblume oder Sterngras passender, die sie im englischen Sprachraum wegen ihrer sternförmigen Blüten und grasförmigen Blätter erhalten hat.

Die Taglilienartige Hypoxis (Hypoxis hemerocallidea), früher unter dem Namen Hypoxis rooperi bekannt, ist im südlichen Afrika zu Hause, wo sie im offenen Busch- und Weideland weit verbreitet ist. Sie besitzt eine harte, außen bräunlich-schwarze, im Inneren gelbe, fleischige Rhizomknolle, die etwas aus dem Boden herausragen kann. Aus deren Spitze treibt sie im Frühling, zu Beginn der Regenzeit, einen Schopf aus ineinander geschachtelten, bogig gekrümmten, ungestielten Blättern. Sie sind breit riemenförmig, deutlich gekielt und weiß behaart. Ihre dreizeilige Anordnung ist sehr charakteristisch.

Um die gelben Blütensterne zu bewundern, braucht man aber nicht bis nach Afrika zu reisen, man findet sie in den nächsten Wochen im Südafrikahaus im Botanischen Garten. Am Ende der schlanken, unverzweigten Stängel öffnen sich jeweils zwei bis zwölf Blüten. Die äußeren der sechs gelben, flach ausgebreiteten Blütenblätter sind etwas schmaler als die drei inneren. Durch die durchscheinende Außenwand der Staubbeutel kann man die gelben Pollenkörner erkennen. Die Bestäubung erfolgt durch Solitär- und Honigbienen. Sind die Kapselfrüchte reif, platzen sie deckelartig auf und präsentieren ihre schwarzen Samen.

Die vielseitigen Heilkräfte von Hypoxis hemerocallidea sind in der afrikanischen Volksmedizin schon lange bekannt. Vor allem die Zulu-Heiler verwenden sie. Ihre Extrakte, Abkochungen sowie der Saft von Knolle, Stängel und Blättern werden zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems, bei Prostataproblemen, Harnweginfektionen, Schwindelanfällen Erkältungen oder zur Behandlung von Verbrennungen genutzt. Neuerdings kam die Taglilienartige Hypoxis in Zusammenhang mit der Behandlung von Krebs und HIV/AIDS ins Gespräch. Leider gefährdet in Afrika die Nachfrage nach Pflanzen traditioneller Kräutermedizin, verstärkt durch das Interesse der Pharma-Industrie, den Fortbestand mancher Arten. Der wilde Ingwer zum Beispiel wurde schon nahezu ausgerottet. Bei uns gedeiht die frostempfindliche Taglilienartige Hypoxis nur im Gewächshaus. In wärmeren Gegenden kann man sie in geschützten Steinanlagen an einen sonnigen Standort pflanzen.

Mehr dazu im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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