Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten

Die Kap-Tecomarie

Brigitte Zimmer

Schade, dass es im Südafrikahaus des Botanischen Gartens keine Blumenvögel gibt, denn hier würden sie beim Besuch der leuchtend orangefarbenen Blüten der Kap-Tecomarie (Tecomaria capensis) reichlich mit Nektar belohnt werden. In Afrika haben sich Nektarvögel, Proteavögel und Brillenvögel auf diese Art Süßspeise spezialisiert.

Damit die willkommenen Gäste den süßen Trunk leicht finden und bequem erreichen können, präsentiert die Kap-Tecomarie ihre prachtvollen Blütenstände an den Zweigenden. Der kletternde, vielstämmige Strauch wächst sowohl in die Höhe als auch in die Breite. Seine helle Rinde ist auffallend gemustert. Sie ist mit zahlreichen linsenförmigen, warzenähnlichen Strukturen besetzt, so genannten Lentizellen (zu gut Deutsch: kleine Linsen). Diese ermöglichen den Gasaustausch zwischen der Außenwelt und dem Pflanzeninnern trotz der sonst wasser- und gasundurchlässigen Korkschicht.

Die gegenständigen, gestielten Blätter sind aus zwei bis fünf Blättchenpaaren und einem meist etwas größeren Endblättchen zusammengesetzt. Oberseits sind sie glänzend dunkelgrün, unterseits heller. Die einzelnen Blättchen sind oval und ihre Ränder gekerbt.

Aber wer beachtet schon die Blätter neben den prunkvollen Blütenständen der Kap-Tecomarie? Der hübsche Strauch blüht von Juni bis November. Er ist ausgesprochen blühfreudig. Selbst hinter Glasscheiben ziehen die leuchtend orangeroten Blüten die Blicke der Besucher magisch an. Aus den kurzen, grünen Blütenkelchen ragen die farbenfrohen, leicht gebogenen, nektarhaltigen, langen Kronröhren empor. Sie erweitern sich nach oben etwas. Die Oberlippe der Blüten endet in zwei aufrecht stehenden, kurzen Lappen, bei der dreiteiligen Unterlippe sind die zwei seitlichen Lappen zurückgeklappt. Gut sichtbar präsentieren sich die vier Staubgefäße mit ihren lilafarbenen Staubbeuteln und der Griffel mit der Narbe.

Nach erfolgreicher Bestäubung bilden sich bis zu 13 Zentimeter lange, schmale Kapselfrüchte. Sie enthalten zahlreiche, durch einen papierartigen Saum geflügelte Samen.

Die Gattung Tecomaria, die nur in der Alten Welt vorkommt, besteht aus einer einzigen Art. Früher wurde sie mit der nahe verwandten neuweltlichen Gattung Tecoma vereinigt, von welcher sie sich jedoch deutlich unterscheidet. Beide Gattungen gehören zur Familie der Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae).

Tecomaria capensis ist in ihrer Heimat im Süd- und Südöstlichen Afrika immergrün, in kühleren Gegenden, wo sie als Ziergehölz angepflanzt wird, dagegen laubwerfend. Sie kann im Kalthaus bei über zehn Grad Celsius überwintert werden, ohne dass sie ihre Blätter verliert; oder man stellt sie bei rund zwei Grad Celsius in einen dunklen Keller. Sie ist eine leicht zu haltende Kübelpflanze, der ein regelmäßiger Rückschnitt im Frühjahr nicht schadet: die Blütenstände erscheinen im nächsten Jahr trotzdem wieder, am Ende der jungen Triebe.

Mehr dazu im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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