Immobilien : Eine Kübelpflanze für Einsteiger

Schönmalven sind in der Pflege anspruchslos, benötigen allerdings ein Winterquartier

Tassilo Wengel

Wer eine üppig blühende Kübelpflanze sucht, trifft mit Schönmalven eine gute Wahl. Sie sind anspruchslos und am richtigen Standort zeigen sie selbst in den Wintermonaten ihre seidenmatten Blüten.

Die Schönmalven (Abutilon) gehören zur großen Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Sie werden auch als Samtpappel oder Zimmerahorn bezeichnet. Die Gattung ist mit über 100 Arten in den tropischen und subtropischen Gebieten der Erde verbreitet. Im Handel angeboten werden vor allem Hybriden mit großen Blüten oder attraktiven Blättern. Doch es lohnt sich, Ausschau nach den wenigen kultivierten Arten zu halten.

Von diesen eignet sich vor allem Abutilon pictum als Kübelpflanze. Der Strauch stammt aus Brasilien und wurde 1832 in England eingeführt. Er wird zwei bis drei Meter hoch und trägt an seinen krautigen Zweigen lang gestielte, herzförmige, grüne Blätter mit grobgesägtem Rand. Die glockenartigen Blüten sind blassrot bis gelborange und von kräftig roten Adern durchzogen.

Noch dekorativer als die Art ist die Sorte ,Thomsonii‘, die 1868 von der Firma Veitch & Sons in London aus Guatemala eingeführt wurde. Sie wird gelegentlich als Gefleckte Schönmalve im Handel angeboten. Ihre grünen Blätter sind goldgelb panaschiert, wodurch sie auch ohne Blüten als Blattschmuckpflanze sehr wirkungsvoll ist. Eine weitere attraktive Sorte ist ,F. Savitzii‘, mit weiß gescheckten Blättern.

Am häufigsten im Handel zu sehen sind allerdings die dekorativen Hybriden, die in der Abutilon-Darwinii-Gruppe zusammengefasst werden. Sie enstanden durch die Kreuzung von Abutilon pictum mit Abutilon darwinii. Ihr Markenzeichen sind neben weichen, fünf- bis siebenlappigen Blättern vor allem die prächtigen glockenförmigen Blüten in den Farben Weiß, Gelb oder Rot.

Zierlich und elegant im Wuchs ist auch die Malven-Art Rio Grande (Abutilon megapotamicum), die in dem gleichnamigen brasilianischen Staat wild vorkommt. Sie bildet dünne, bogig überhängende Triebe von einem Meter Länge mit ungelappten oder dreilappigen Blättern. Die hübschen Blüten sind klein und hängen achselständig an langen dünnen Stängeln herab. Sie haben einen roten, aufgeblasenen Kelch und maisgelbe Blütenblätter, aus denen die tief violetten Staubblätter hervorragen. Wegen der überhängenden Wuchsform verwendet man diese Art auch gern als Ampelpflanze oder veredelt sie auf eine stark wachsende Unterlage. Während die Art weniger häufig kultiviert wird, erfreut sich die Sorte ,Aureum‘ mit ihren gelb panaschierten Blättern großer Beliebtheit. Interessante Sorten sind auch ,Boule de Neige‘ mit grünem Kelch und weißen Blütenblättern oder ,Patrick Synge‘ mit rotem Kelch und ziegelroten Blütenblättern.

Kultiviert man Schönmalven in den Wintermonaten in einem hellen, kühlen Raum mit Temperaturen um zehn Grad Celsius, zeigen sie auch an diesem Standort ihre Blüten. Der Wurzelballen darf nur mäßig feucht, auf keinen Fall nass gehalten werden, weil sonst leicht Wurzelerkrankungen auftreten. Im Frühjahr schneidet man die Pflanze bis auf ein Drittel oder die Hälfte zurück und topft sie in neue Erde um. Am besten eignet sich Einheitserde, die als „frux“ erhältlich ist. Auch andere nährstoffreiche Substrate wie zum Beispiel Palmen- oder Kübelpflanzenerde sind geeignet. Nach dem Umpflanzen wird die Pflanze angegossen und gleichmäßig feucht gehalten.

Von Mai an können die Schönmalven an einen Platz ins Freie, wo sie vor praller Sonne, Regen und Wind geschützt sind. Reichliche Wassergaben und bis Ende August wöchentlich eine Gabe Volldünger sorgen dafür, dass die Schönmalven reich blühen. Vor den ersten Frösten räumt man sie ins Winterquartier.

Die Anzucht neuer Pflanzen ist recht einfach. Man benutzt dazu die Triebspitzen, die beim Rückschnitt im Frühjahr anfallen. Sie sollten eine Länge von etwa 20 Zentimetern haben – bei der schwach wüchsigen Abutilon megapotamicum genügen zehn Zentimeter lange Spitzen. Dann entfernt man die untersten Blätter und steckt die Triebe in eine Mischung zu gleichen Teilen aus Torfmull und Sand. Bei Temperaturen von 20 Grad Celsius werden die Triebe gleichmäßig feucht gehalten. Nach der Wurzelbildung – das dauert einige Wochen – wird das Pflänzchen in Einheitserde umgepflanzt.

Von den stark wachsenden Hybriden lassen sich Hochstämme problemlos heranziehen. Wichtig ist dabei, dass der Mitteltrieb an einen Stab gebunden wird und man alle Seitentriebe entfernt. Hat die Jungpflanze die gewünschte Höhe erreicht, schneidet man die Spitze ab, damit eine reiche Verzweigung einsetzen kann. Die nun erscheinenden Seitentriebe werden mehrmals gestutzt, damit sie sich gut verzweigen. Auf diese Weise entsteht eine schöne, gut geformte Krone.

Komplizierter wird es, wenn von Abutilon megapotamicum ein Hochstamm herangezogen werden soll. Da sollte veredelt werden. Als Unterlage eignet sich eine stark wüchsige Abutilon-Hybride, die man auf eine Höhe von etwa 180 Zentimetern heranwachsen lässt. Im Frühjahr pfropft man auf die Äste der Krone etwa acht Edelreiser von Abutilon megapotamicum und bestreicht die Veredlungsstelle mit Baumwachs. Damit die Edelreiser gut anwachsen, umhüllt man die Krone etwa zwei bis drei Wochen bis zum Anwachsen mit einer Folie. Bald zeigen sich neue Triebe, die sich in den folgenden Jahren zu einer reich blühenden Krone mit lang herabhängenden Zweigen entwickelt.

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