Immobilien : Eine Zierde aus grazilen Blüten und Blättern

Die Lavendelheide gehört zu den schönsten immergrünen Gartengehölzen. Neben hoch wachsenden Sorten gibt es auch Zwergformen

Tassilo Wengel

Ein wunderschönes Gehölz ist die Lavendelheide (Pieris). Es lohnt sich, ein Plätzchen im Garten für diesen immergrünen Strauch frei zu halten. Zu der Gattung Pieris gehören zehn Arten, die in Ostasien und Nordamerika zu Hause sind. In unseren Breiten gedeihen allerdings nur zwei: die Reichblütige (Pieris floribunda) und die Japanische Lavendelheide (Pieris japonica). Die botanische Bezeichnung erhielt die Gattung nach dem Ort Pierien am Nordfuß des Olymp. Der Artname japonica weist auf die japanische Herkunft hin, floribunda bedeutet reichblütig. Mit der duftenden Charakterpflanze der Provence, Lavendula officinalis, gibt es nur eine Ähnlichkeit: Das sind die länglichen elliptischen Blätter. Daher rührt der volkstümliche Name Lavendelheide.

Beide Pieris-Arten wachsen als Strauch. Während Pieris floribunda etwa zweieinhalb Meter hoch werden kann, erreicht ihre japanische Verwandte mit rund vier Metern eine noch stattlichere Höhe. Doch es gibt auch Zwergformen dieser zu der Familie der Heidekrautgewächsen (Ericaceae) zählenden dekorativen Gehölze.

Als immergrüne Pflanzen ohnehin das ganze Jahr über attraktiv, bildet die Lavendelheide, auch Riesenheidekraut genannt, bereits im August ihre grazilen Blütenstände, die knospig aus dem Laub ragen. Bei einigen Sorten sind diese perlenartigen, intensiv gefärbten Knospen ein beeindruckender Winterschmuck. Im Frühjahr entfalten die Blütenrispen ihre volle Schönheit. Eine Steigerung der Farbenpracht ist mit dem Austrieb der neuen Blätter zu erwarten, die bei einigen Sorten in leuchtendem Rot oder in Rosa erscheinen.

Dekorativ, aber auch etwas anspruchsvoll, ist die Japanische Lavendelheide (Pieris japonica). Sie kommt in den sommerwarmen Gebirgswäldern der japanischen Inseln Honshu, Kyushu und Shikoku vor und entwickelt sich dort – oftmals in Gemeinschaft von Rhdodendren – zu einem hohen Strauch. Sehr wirkungsvoll ist der Blattaustrieb im Frühjahr, wenn die jungen elliptisch zugespitzten Blätter an den Triebenden lackartig glänzen. Bei einigen Sorten ist dieser Austrieb rot oder rosa gefärbt. Zur Blütezeit im April und Mai erscheinen über dem Blattwerk zahlreiche kleine aneinander gereihte weiße oder rosafarbene Glöckchen in fünf bis zehn Zentimeter langen Rispen.

Neben der Art bieten Baumschulen vor allem Sorten an, die sich nicht nur in der Blütenfarbe und der Laubfärbung unterscheiden, sondern auch in der Winterhärte. Denn die Kälteresistenz ist bei den Sorten der Japanischen Lavendelheide unterschiedlich und davon abhängig, welche Arten in die Züchtung einbezogen wurden. So sind die Sorten ,Flaming Silver‘ und ,Forest Flame‘ zwar ausgesprochen attraktiv, überleben aber im Freiland starke Frostperioden nur selten. Wer kein Risiko eingehen möchte, sollte also Sorten wählen, die sich als winterhart bewährt haben. Das gilt für ,Cavatine‘ (Blüte weiß), ,Mountain Fire‘ (Blüte weiß, Austrieb braunrot), ,Purity‘ (Blüte weiß), ,Red Mill‘ (Blüte weiß, Austrieb karminrot), ,Sarabande‘ (Blüte weiß), ,Valley Rose‘ (Blüte rosa, Austrieb rötlichgrün), ,Valley Valentine‘ (Blüte rot) und ,White Pearl‘ (Blüte weiß).

Robuster als die Pieris japonica ist die Reichblühende Lavendelheide (Pieris floribunda). Sie wächst als immergrünes, breites, buschiges Gehölz in den Gebirgswäldern Nordamerikas und ist seit etwa 200 Jahren in Kultur. An einem guten Standort wird der Strauch fast genauso hoch wie breit. Die weißen Blüten stehen in fünf Zentimeter langen Rispen über dem gesamten Laub und entfalten sich oftmals schon Ende März. Wegen dieser frühen Blütezeit ist die Pflanze auch als Bienenweide besonders wertvoll.

Pflanzzeit für beide Arten ist der August und der September. Bei der Auswahl des Standortes sollte die zu erwartende Wuchshöhe und -breite beachtet werden – und es sollte ein halbschattiger, geschützter Platz sein. Dort ist die Lavendelheide nicht nur vor der heißen Mittagssonne im Sommer geschützt, sondern auch vor Trockenschäden in der kalten Jahreszeit.

Wie alle Heidegewächse benötigen die Gehölze eine Bodenreaktion um pH 5, also im neutralen bis leicht sauren Bereich. Für eine optimale Entwicklung ist eine gute Bodenvorbereitung wichtig. Da die Lavendelheide keinen kalkhaltigen Boden verträgt, ist der Pflanzplatz mit Torf und Rindenhumus zu verbessern. Geeignet ist dafür auch ein sauer wirkendes Substrat, das für Rhododendren entwickelt wurde und im Handel als „Rhodohum“ erhältlich ist. Es wird vor dem Pflanzen unter den Bodenaushub gemischt und sollte jedes Jahr als mehrere Zentimeter dicke Auflage um die Pflanze verteilt werden. Wichtig ist außerdem vor dem Pflanzen, verdichtete Böden tief zu lockern und mit Kies anzureichern.

Obwohl ein regelmäßiger Schnitt nicht erforderlich ist, lassen sich zu große Pflanzen problemlos während der Blütezeit zurückschneiden. Die Zweige ergeben dann einen aparten Vasenschmuck.

Wer nicht genügend Platz im Garten hat und dennoch Lavendelheide pflanzen möchte, sollte eine der niedrig wachsenden Zwergsorten auswählen, wie zum Beispiel ,Cavatine‘ (40 Zentimeter), ,Debutante‘ (60 Zentimeter ), ,Sarabande‘ (55 Zentimeter) oder ,White Pearl‘ (80 Zentimeter). Zwischen halb hohen Kiefern und in Gemeinschaft mit Besenheide (Calluna vulgaris) kommen sie besonders gut zur Geltung.

Wenig populär, aber empfehlenswert, ist die Kultur von Lavendelheiden als Kübelpflanzen. Dafür empfehlen sich besonders die frostempfindlicheren panaschierten Formen wie Pieris japonica ,Variegata‘ oder die Sorte ,Flaming Silver‘. Auch für die empfindliche grünlaubige Sorte ,Forest Flame‘ mit ihrem wunderschönen roten Austrieb ist das eine Alternative. Über Winter in einem kühlen, hellen Raum kultiviert, können sie vom späten Frühjahr bis zum Herbst an einem halbschattigen Platz im Garten stehen.

Bezugsquellen: Havelländische Baumschule, Chausseestraße 13 a, 14542 Plessow, Telefon: 033 27 / 409 02, Fax: 033 27 / 409 03. E-Mail: HavelBaum@t-online.de ; H. Hachmann, Baumschulen, Brunnenstraße 68, 25355 Barmstedt, Telefon: 041 23 / 24 70.

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