Immobilien : Erst mal versichern

Warum Haus- und Wohnungseigentümer ihrer Assekuranz melden sollten, wenn sie um- oder ausbauen

Ingrid Laue

Durch umfangreiche Modernisierungen erhöht sich in aller Regel auch der Wert des Gebäudes. Eigentümer sollten es deshalb nicht versäumen, ihre Wohngebäudeversicherung zu überprüfen, bevor sie die Arbeiten abschließen. Empfehlenswert ist es, bereits vor Beginn der Baumaßnahme mit dem Versicherungsberater darüber zu sprechen und anhand der vorgesehenen Maßnahmen und Kosten die Wertsteigerung zu erfassen. Die vorliegende Wohngebäudeversicherung wird dann rechtzeitig den neuen Bedingungen angepasst.

Der Hintergrund ist eindeutig: Kommt es zu einem Schaden, genießt der Eigenheimbesitzer nur dann vollen Versicherungsschutz, wenn die Versicherungssumme dem Hauswert entspricht. Ist der Wert des Hauses höher, liegt eine Unterdeckung vor. Die Versicherungsgesellschaft muss im Schadenfall dann nur für einen Teil des Schadens aufkommen.

Bei der Gebäudeversicherung ist die Bezifferung einer ausreichenden Versicherung besonders wichtig. Es empfiehlt sich ein Schutz, der sich automatisch an den steigenden Wert des Gebäudes anpasst. Mit dieser sogenannten gleitenden Neuwertversicherung ist gewährleistet, dass ein Versicherer im Schadenfall immer den jeweiligen Wiederbeschaffungswert bezahlt. Bei Beschädigungen werden entsprechend die Reparaturkosten ersetzt. Eine Unterversicherung ist bei einer Neuwertversicherung also nicht möglich, vorausgesetzt, der Versicherungswert der Immobilie wurde korrekt bestimmt.

Wird am Gebäude ein Gerüst angebracht, sollte der Hausratversicherer darüber informiert werden. Denn Gerüste ziehen Langfinger magisch an. Vom verschwundenen Computer, Fernseher oder Stereoanlage bis hin zur komplett ausgeräumten Wohnung reichen die Schäden. Wer eine Hausratversicherung hat, nimmt meist an, die Versicherungsgesellschaft werde in so einem Fall schon zahlen. Doch das kann sich als schmerzvoller Irrtum herausstellen. Wird beispielsweise versäumt, dem Versicherer mitzuteilen, dass für mehrere Wochen ein Gerüst vor dem eigenen oder einem unmittelbar angrenzenden Gebäude aufgestellt wurde, muss die Versicherungsgesellschaft für einen Diebstahl möglicherweise nicht aufkommen. Grund: Ein Baugerüst an der Fensterfront bedeutet eine Gefahrenerhöhung. Einbrecher haben meist leichtes Spiel, unbemerkt in die Wohnung ein- und auszusteigen. Die Versicherungsgesellschaft hat in solchen Fällen Anspruch darauf, über die Risiken informiert zu werden, um eventuell erforderliche Zusatzdeckungen oder Beitragsanpassungen zu prüfen.

Fazit: Auch wenn Gerichte die Anzeigepflicht bei Bauarbeiten unterschiedlich bewerten, sind Haus- und Wohnungseigentümer gut beraten, die Versicherungsgesellschaft per Brief oder Fax über die Gefahrenerhöhung zu informieren.

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